«Kein besserer Partner»
24.07.2008 | 20:31 UhrMehr als 200 000 Menschen waren auf die Straße des 17. Juni gekommen, um Obama zuzuhören. Zu Beginn seiner Rede erinnerte der US-Politiker an die Luftbrücke nach West-Berlin vor 60 Jahre als Wurzel der deutsch-amerikanischen Freundschaft. «Diese Stadt kennt den Traum der Freiheit», sagte Obama zu Beginn seiner 27-minütigen Ansprache.
Der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat rief zur Abschaffung der Atomwaffen auf. Die zwei Weltmächte seien oft nah daran gewesen, alles zu zerstören. «Wir müssen jetzt die Nuklearwaffen loswerden», betonte Obama.
Der Hoffnungsträger der US-Demokraten bot den Europäern unter Einschluss Russlands eine Sicherheitspartnerschaft an. «Amerika hat keinen besseren Partner als Europa», betonte Obama. Keine Nation, auch nicht die stärkste, könne die globalen Herausforderungen allein meistern, sagte er mit Blick auf die Bedrohungen des Terrorismus. In Europa gebe es die Ansicht, dass die USA Teil dessen seien, was auf der Welt schief gelaufen sei. Es gebe auch Stimmen in den USA, Europa zu schmälern. «Beide haben nicht recht», betonte Obama.
«Ich weiß, dass mein Land nicht perfekt ist», räumte der US-Senator ein. Manchmal hätten die USA es schwer, das Versprechen der Gleichheit für alle einzuhalten. Es sei aber immer Antrieb seines Landes gewesen, eine hoffnungsvollere Welt frei von Angst zu schaffen auf der Grundlage von Werten, die alle Menschen teilen.
Obama ging ferner auf die Bedrohung durch den Klimawandel ein. Es sei an der Zeit, die CO2-Emissionen zu verringern und «unseren Kindern die Zukunft zurückzugeben».
Vage äußerte sich Obama zur Lastenteilung zwischen den USA und anderen Nationen in Afghanistan. Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Vision dort zu Ende bringen, um die Taliban zu besiegen und eine afghanische Nation aufzubauen. Das könne Amerika nicht allein tun. Vom künftigen Präsidenten der USA wird erwartet, dass die Forderung nach einem stärkeren Engagements auf Deutschland zukommt. Am Donnerstag erhob Obama diese aber nicht direkt.
Am Vormittag war Obama in Berlin eingetroffen. Zunächst hatte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem einstündigen Gespräch im Kanzleramt getroffen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, es sei ein «sehr offenes und in die Tiefe gehendes Gespräch in sehr guter Atmosphäre» gewesen. Auch beim Treffen Obamas mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ging es um die wichtigsten internationalen Konfliktherde sowie die transatlantische Partnerschaft. Merkel und Steinmeier ließen über ihre Sprecher die Gemeinsamkeiten in der Außenpolitik herausstreichen. Im Hotel Adlon, wo Obama logierte, traf sich der Gast aus den USA ferner mit Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).
(ddp)
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