Barcelona (apn).
Damit verschwinden Stierkämpfe ab 2012 aus der wohlhabenden Region im Nordosten, in der zehn Prozent der insgesamt 46 Millionen Spanier leben. Die letzte noch verbliebene Stierkampfarena in Barcelona wird geschlossen. Dort fanden 15 Kämpfe pro Jahr statt, die Arena war selten ausverkauft.
Ein Sprecher der gemäßigten Partei Konvergenz und Union (CiU), Josep Rull, hatte vor der Abstimmung gesagt, ein Nein zum Stierkampf zeuge nicht von einer antispanischen Gesinnung, wie Befürworter gerne unterstellten. Er verwies auf das englische Fuchsjagd-Verbot: «Wurde damit etwa englischen, britischen und schottischen Traditionen eine Absage erteilt? Wohl kaum.» Tierschützer hoffen, dass auch andere spanische Regionen nachziehen werden.
Zwtl: Tierschützer begrüßen Verbot
Die Geschäftsführerin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, Johanna Stadler, sagte am Mittwoch, der Beschluss bestätige nicht nur den Standpunkt der Tierschützer, sondern bilde auch die Überzeugung der katalonischen Bevölkerung ab. Sie hoffe, die Entscheidung des Regionalparlaments in Barcelona werde auch einen nationales Verbot nach sich ziehen.
Auch die die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland begrüßte die Entscheidung und hofft, dass nun weitere Regionen in Spanien nachziehen. «Tiere zu Unterhaltungszwecken zu quälen ist eine Praktik aus dem finsteren Mittelalter», sagte PETA-Kampagnenleiterin Tanja Wieman in einer Stellungnahme.
Als erste Region hatten die Kanarischen Inseln 1991 den Stierkampf verboten. Die Zahl der Kämpfe ist in ganz Spanien in den vergangenen Jahren auf rund 1.000 pro Saison gesunken. Grund dafür sind auch geringere Steuereinnahmen, die Kommunalregierungen dazu veranlassen, die Subventionen für Stierkämpfe in Kleinstädten zu kürzen. Stattdessen müssen die Stadträte Geld in Schulen, soziale Programme und Straßenausbesserungen investieren.
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