Trier (dapd-rps). Diese Zahlen präsentierten ADD-Chefin Dagmar Barzen und der Leiter des Kampfmittelräumdienstes, Horst Lenz, am Mittwoch in Trier. Vor allem in den letzten beiden Monaten des Jahres war das 14-köpfige Team besonders gefordert.
Wegen des ungewöhnlichen Niedrigwassers waren im Rhein zahlreiche Blindgänger zutage gefördert worden. Binnen drei Wochen mussten zwischen Vallendar und Ludwigshafen mehrere Fliegerbomben entschärft werden. Der spektakulärste Einsatz war am 4. Dezember, als in Koblenz eine 1,8-Tonnen-Luftmine unschädlich gemacht wurde. Zuvor hatten mehr als 45.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen, es handelte sich um die größte Evakuierungsmaßnahme in der Rhein-Mosel-Stadt seit Ende des Zweiten Weltkriegs.
Die Bilanz 2011 mache deutlich, wie wichtig die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes auch 67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch sei, sagte ADD-Präsidentin Dagmar Barzen. Zwar hatten die Kampfmittelexperten in früheren Jahren mitunter noch mehr Fundmeldungen verzeichnet, doch mit rund 42 Tonnen entsorgter Munition vermeldete der Dienst einen neuen Rekord.
Lenz zeigte sich erfreut, dass derart viele Granaten und Bomben entschärft werden konnten. Zugleich appellierte er aber an mögliche Zeitzeugen des Weltkriegs, ihm und seinen Mitarbeitern weitere Hinweise auf Fundorte zu geben. Die Arbeit sei noch lange nicht erledigt, betonte Lenz, doch werde die Zahl derjenigen, die die Luftangriffe noch miterlebten, immer geringer. Lenz unterstrich zudem, dass jeder verdächtige Fund sofort an die Polizei oder den Räumdienst gemeldet werden müsse. Von den Sprengkörpern gehe nach wie vor eine große Gefahr aus.
Die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes kostete den Steuerzahler im vergangenen Jahr rund 1,3 Millionen Euro. In Anerkennung ihrer Arbeit sprach die Landesregierung den Mitarbeitern kürzlich eine Zulage zu.
dapd


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