Vor nicht einmal einem Jahr sei Kusch gezwungen worden, seine Tätigkeit einzustellen. «Dass er jetzt erneut zwei Menschen Hilfe beim Selbstmord geleistet hat und einen Sterbehilfeverein in der Öffentlichkeit vorstellt, ist ein Skandal und zeugt von seiner menschenverachtenden Skrupellosigkeit», kritisierte die CSU-Politikerin.
Der aktuelle Anlass zeige, dass das bloße Verbot einer gewerblichen Sterbehilfe nicht ausreiche. «Herr Kusch wird sich sicherlich darauf berufen, mit seinem Verein kein Geld verdienen zu wollen», sagte Merk. Dies zu widerlegen, sei nicht einfach. «Wir dürfen aber auch nicht zulassen, dass die Selbsttötung scheinbar normal wird, nur weil ein entsprechendes Dienstleistungsangebot besteht», mahnte Merk. Daraus könnte sich eine gesellschaftliche Erwartungshaltung entwickeln, dass schwer kranke und alte Menschen ihren Angehörigen oder der Gemeinschaft nicht dauerhaft zur Last fallen. Diese besondere Gefährdung menschlichen Lebens gehe auch von nicht gewerblichen Organisationen aus.
Kusch hatte zuvor angekündigt, nun doch weiter Sterbehilfe anbieten zu wollen. Er habe erneut in zwei Fällen Hilfe beim Selbstmord geleistet, weitere «20 bis 30 Personen mit konkreter Suizidabsicht» hätten sich bei ihm gemeldet. Dafür habe er eigens einen neuen Verein gegründet.
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