Pforzheim (ddp-bwb). Ein wegen Besitzes von Kinderpornografie ins Visier der Justiz geratener Kommunalpolitiker der Jungen Union (JU) hat nun doch eine Geldstrafe von 6000 Euro akzeptiert. Der Angeklagte habe seinen Einspruch gegen die Zahlung zurückgenommen, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Pforzheim, Christoph Reichert, am Dienstag auf ddp-Anfrage. Damit sei der für Dienstag angesetzte Prozess gegen den Kommunalpolitiker hinfällig geworden. Über den Einspruch des Politikers hatte vor dem Amtsgericht Maulbronn verhandelt werden sollen.
Reichert sagte, der Beschuldigte habe sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Dass dieser die Geldstrafe nun zahle, könne man als eine Art indirektes Einvernehmen ansehen. Der Mann wurde beschuldigt, 53 kinderpornografische Aufnahmen auf seinem Computer gespeichert zu haben, davon elf Filme. Die Aufnahmen zeigten laut Reichert Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren in sexuellen Posen. Auf einigen Aufnahmen waren außerdem Erwachsene zu sehen. Auf die Spur des Unionspolitikers waren die Ermittler gekommen, als sie bei einem ausländischen Anbieter von Kinderpornografie Kreditkartendaten des Mannes entdeckten.
Nach Angaben des CDU-Kreisverbandes Enzkreis/Pforzheim handelt es sich bei dem Mann um ein Mitglied des CDU-Ortsvorstandes Friolzheim. Der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Mappus, der auch Chef der baden-württembergischen CDU-Fraktion ist, hatte bei Bekanntwerden der Vorwürfe in der vergangenen Woche mit Bestürzung reagiert und im Falle einer Verurteilung «persönliche Konsequenzen» verlangt.
(ddp)

























