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"Johannesburg (dpa) - Nach einer großen Impfkampagne ist Meningitis A - eine Form von HirnhautentzĂŒndung - in weiten ..."

Impfkampagne hat Meningitis A in Afrika nahezu ausgerottet
Bild: © Eine Impfung wird vorbereitet. Foto: Ralf Hirschberger/Illustration
Impfkampagne hat Meningitis A in Afrika nahezu ausgerottet
Johannesburg (dpa) - Nach einer großen Impfkampagne ist Meningitis A - eine Form von HirnhautentzĂŒndung - in weiten Teilen Afrikas fast vollstĂ€ndig ausgerottet.

2013 gab es in den 26 betroffenen LÀndern nur noch vier bestÀtigte FÀlle, wie Forscher im Fachmagazin «Clinical Infectious Diseases» berichten.

Mehr als 220 Millionen Menschen wurden in der Region mit dem neu entwickelten Impfstoff behandelt. «Meningitis A ist verschwunden, wo immer die Impfung genutzt wurde», hieß es weiter. Bei der letzten großen Meningitis-Epidemie infizierten sich 2009 allein in Nigeria und dem Niger mehr als 20 000 Menschen. Mehr als 1000 Erkrankte kamen UN-Zahlen zufolge ums Leben. Bei einer verheerenden Epidemie 1996 starben in der Region sogar 25 000 Menschen.

Meningitis-Bakterien, die sogenannten Meningokokken, verursachen EntzĂŒndungen der Hirnhaut. Symptome der Krankheit sind unter anderem hohes Fieber, Kopfweh und Erbrechen. Ohne die nötige antibiotische Behandlung verlaufen der WHO zufolge die HĂ€lfte der KrankheitsfĂ€lle tödlich. In Europa gibt es nur sehr wenige FĂ€lle von Meningitis A. 

Angesichts der verheerenden Epidemien in Afrika gaben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Organisation Path bei einem indischen Pharmaunternehmen die Entwicklung eines neuen Impfstoffs in Auftrag. Der Impfstoff «MenAfriVac» ermöglichte eine massive prÀventive Impfkampagne und kostete nur 50 US-Cent (0,46 Euro), ein Bruchteil der bisherigen Impfstoffe, die auch erst nach Beginn einer Epidemie eingesetzt werden konnten.

«Dank dem Impfstoff, der einfach einzusetzen und erschwinglich ist, gibt es keine Epidemien mehr», sagte die Meningitis-Expertin von Ärzte ohne Grenzen, Myriam Henkens. Die Organisation war in den ersten Jahren auch an der Impfkampagne beteiligt. «Es ist wirklich eine erstaunliche Erfolgsgeschichte.» Henkens sagte, der Erfolg im Kampf gegen Meningitis A zeige, was erreicht werden könne, wenn Impfstoffe strikt nach Bedarf entwickelt wĂŒrden und nicht nach dem Wunsch der Pharmahersteller nach mehr Profit.

Forscher warnen nun, dass die von Meningitis A betroffenen LĂ€nder die Impfung in die Routine-Impfungen fĂŒr Kinder aufnehmen mĂŒssten, sonst könnte es in rund 15 Jahren erneut zu Epidemien kommen. Die Erfahrung zeige, dass ein Nachlassen bei den Impfungen zu einer drastischen RĂŒckkehr der Krankheit fĂŒhren könne, wurde die WHO-Expertin Marie-Pierre Prezioso in dem Artikel zitiert.

In zehn weniger akut betroffenen LĂ€ndern dauert die Impfkampagne dem Artikel zufolge noch an. Zuletzt gab es der WHO zufolge in der Region allerdings auch vermehrt FĂ€lle von Meningitis C, fĂŒr das ein anderer Impfstoff gebraucht wird. Allein in Nigeria und dem Niger starben im ersten Halbjahr rund 800 Menschen an den Folgen dieser HirnhautentzĂŒndung.

Epidemien der HirnhautentzĂŒndung kamen in Afrika bislang vor allem wĂ€hrend der Trockenzeit im sogenannten Meningitis-GĂŒrtel an und unterhalb der Sahara vor. Dieser reicht vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im Osten. Wissenschaftler vermuten, dass das trockene Klima einen entscheidenden Anteil beim Ausbruch von Epidemien hat. Eine gesicherte ErklĂ€rung, wieso vor allem die LĂ€nder an und unterhalb der Sahara betroffen sind, gebe es bislang nicht.

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