Als armutsgefährdet gilt gemäß einer Definition der Europäischen Union, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung auskommen muss.
Die höchsten Armutsrisiken wurden in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Bremen gemessen. Die niedrigsten bestanden in Bayern und Baden-Württemberg.
In Sachsen besonders gefährdet sind den Angaben zufolge Erwerbslose (55 Prozent), während das Armutsrisiko der Erwerbstätigen bei acht Prozent lag. Die Armutsgefährdungsquote unter den sächsischen Rentnern betrug sechs Prozent. Auch jeder dritte Alleinerziehende lebt an der Schwelle zur Armut. Bei Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern waren es zehn Prozent.
Die Linksfraktion im Landtag fordert als Konsequenz mehr Geld für Soziales im Doppelhaushalt 2011/2012. «Gegenwärtig ist der Haushaltsentwurf kein Armutsbekämpfungs-, sondern ein Armutsverschärfungsprogramm», sagte der sozialpolitische Sprecher Dietmar Pellmann. Es müsse aufrütteln, wenn ein Viertel der Kinder unter 18 Jahren und mehr als ein Drittel der 18- bis 25-Jährigen von Armut betroffen sind.
Die sächsische SPD sprach sich für eine Kindergrundsicherung aus, «die das Existenzminimum und die Bildungsausgaben für jedes Kind abdeckt», wie der Landesvorsitzende Martin Dulig sagte. Dafür müssten mittelfristig Leistungen wie Kindergeld, Kinderfreibeträge und Ehegattensplitting in das neues System fließen.
ddp


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