Auslöser sei der Überfall auf ein Zeltlager der Linksjugend Solid gewesen, bei dem Neonazis ihre Tochter und ihren Sohn fast zu Tode geprügelt hätten: «Letztendlich war die Linke die einzige Partei, die uns persönlich und politisch unterstützt hat.»
So sei der Kontakt zustande gekommen. Die Nähe zu linker Politik sei schon vorher da gewesen, betonte Scheuch-Paschkewitz. In den 70er Jahren habe sie politische Jugendarbeit gemacht, später sei sie in der Anti-Atomkraft-Bewegung aktiv gewesen. Sie wertete es als großen Vorteil, vorher nie in die Parteipolitik eingebunden gewesen zu sein: «Ich bin fern ab von allen Strömungen.» Sie komme weder aus der WASG noch aus der PDS und sei für alle Flügel offen. Die Linke sei eine pluralistische Partei. Da werde auch viel gestritten, doch das gehöre dazu.
Nach dem Wegzug der bisherigen Landeschefin Ulrike Eifler nach Bayern war der weibliche Posten der Doppelspitze seit Anfang Mai vakant. Ihr sei es sehr wichtig, dass eine Frau in der Doppelspitze vertreten sei, hob Scheuch-Paschkewitz hervor. Die Förderung von Frauen sei ihr ein großes Anliegen: «Gerade bei uns in Hessen könnte man mehr tun.» Bundesweit liege der Frauenanteil bei 39 Prozent, in Hessen seien es nur 21 Prozent. Das gelte es zu ändern. Ihr Partner an der Doppelspitze, Ulrich Wilken, habe den Ruf eines starken Mannes. Doch damit habe sie keine Probleme. «Ich bin keine Frau, die sich die Butter vom Brot nehmen lässt.»
Ein weiteres Augenmerk will Scheuch-Paschkewitz auf die Kreis- und Ortsverbände richten. Die Kraft müsse besser gebündelt werden. Da Hessen sehr große Flächenkreise habe, müsse jedoch jeder Verband einzeln betrachtet werden. Es dürfe nicht allein aus einem Ballungszentrum wie dem Rhein-Main-Gebiet entschieden werden, wie die Partei aufgestellt sein müsse.
Schwalmstadt/Melsungen (ddp-hes)

























