Noch im Januar hatte sich der 46-jährige Verwaltungswirt darüber ereifert, dass die Regierung trotz der strapazierten Haushaltslage 100 Millionen Euro zusätzlich für Entwicklungsprojekte bereitstellt. Grundsätzlich bekennt sich die FDP aber zu den UN-Millenniumszielen, die auch eine deutliche Aufstockung der Entwicklungshilfe vorsehen.
Als Minister dürfte Niebel gemäß den FDP-Leitlinien auf eine «Neuausrichtung» der Entwicklungszusammenarbeit hinwirken, die vor allem auf «Hilfe zur Selbsthilfe» zielt und Gelder zudem an eine demokratische Entwicklung - «Good Governance» - knüpft.
1963 wurde Niebel in Hamburg geboren. Er stammt aus einfachen Verhältnissen und wuchs zusammen mit einer älteren Schwester in einer kleinen Mietwohnung auf. Nach dem Studium ließ er sich im Raum Heidelberg nieder, wo er zunächst als Jobvermittler beim Arbeitsamt arbeite, bevor er in die Politik wechselte.
Mit seiner Frau Andrea, einer Logopädin, hat er drei Söhne. Im Rampenlicht dürfte Niebel künftig nur noch selten stehen, ist sein neues Ressort doch das vermutlich am wenigsten beachtete aller Ministerien. Außenpolitik solle da auf jeden Fall nicht stattfinden, stellte der neue Außenamtschef Guido Westerwelle am Samstag schon mal klar.
ddp/jas/kos

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