Weltrekordler Bolt gewann die 100 Meter in glänzenden 9,76 Sekunden - wenig später raste sein jamaikanischer Landsmann beim Diamond-League-Finale der Leichtathleten in Brüssel zur zweitschnellsten je gelaufenen Zeit über 200 Meter: 100-Meter-Champion Blake kam in 19,26 Sekunden ins Ziel - nur Bolt war bei seinem Weltrekord vor zwei Jahren in Berlin (19,19) schneller.
«Die ersten 100 Meter waren nicht so gut, doch die letzten 50 waren einfach verrückt!», jubelte der 21 Jahre alte Blake nach seinem Sturmlauf vor rund 40 000 Zuschauern im König-Baudouin-Stadion. Auch Vizeweltmeister Walter Dix (USA) legte als Zweiter in 19,53 Sekunden noch eine Weltklassezeit hin. Bolt hatte sich in Daegu/Südkorea WM-Gold in 19,40 Sekunden geholt - diesmal staunte er über die Hammer-Zeit seines Trainingspartners: «Das ist eine große Überraschung für mich.»
Mit seiner eigenen Vorstellung war der schnellste Mann der Welt aber auch zufrieden. «Ich wollte die Bestzeit laufen. Ich bin glücklich», sagte Bolt nach dem besten 100-Meter-Sprint im WM-Jahr - und freute sich dann mit Blake. Nach dem kapitalen Fehlstart im WM-Finale konnte der 25-jährige Bolt seine Fans wieder etwas versöhnen.
Von den sechs deutschen Assen konnte nur Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo ein Ausrufezeichen setzen: Der 23 Jahre alte Saarbrücker steigerte seine persönliche Bestleistung auf glänzende 88,36 Meter, gewann damit auch das Diamond Race - und 40 000 Dollar. De Zordo fing den Norweger Andreas Thorkildsen noch ab, der mit 81,86 Metern nur Fünfter wurde.
Die Gesamtsiege in ihrer Disziplin hatten sich bereits vor einer Woche in Zürich zwei deutsche WM-Starterinnen gesichert: Christina Obergföll (Offenburg) im Speerwurf und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg (Leverkusen) sammelten die meisten Punkte.
Beim traditionsreichen «Memorial van Damme» erlebten die Zuschauer, unter ihnen auch IOC-Präsident Jacques Rogge und der Chef des Weltverbandes IAAF Lamine Diack, einen flotten 10 000-Meter-Lauf - und ein fulminantes Comeback von Kenenisa Bekele: 19 Tage nach seinem Ausstieg im WM-Finale gewann der Weltrekordler aus Äthiopien in der Weltjahresbestzeit von 26:43,16 Minuten.
«Ich fühle mich so gut. Ich bin glücklich», jubelte der 29-jährige Bekele, der nur 82/100 Sekunden vor dem zweitplatzierten Kenianer Lucas Kimeli Rotich ins Ziel stürmte. Auch Weltmeisterin Carmelita Jeter (USA) bot den Fans noch einmal Bestes: Die 31-Jährige machte mit ihrem Sieg in starken 10,78 Sekunden ihren Gesamterfolg in der 100-Meter-Wertung perfekt.
Diskuswurf-Vizeweltmeisterin Nadine Müller hatte den Disziplin- Gesamtsieg im Diamond Race zuvor klar verpasst. Mit 59,50 Meter wurde die 25-Jährige aus Halle/Saale nur Sechste und konnte damit ihre Führung nicht verteidigen. Den Gesamterfolg und eine Prämie von 40 000 Dollar sicherte sich die Kubanerin Yarelis Barrios.
Stabhochspringer Malte Mohr (München) konnte den Franzosen Renaud Lavillenie ebenfalls nicht mehr abfangen: Dem Europameister reichte ein zweiter Platz (5,72 Meter) vor Mohr (5,62) für den dicken Dollar-Scheck. Überraschungssieger wurde der Grieche Konstantinos Filippidis (5,72). 800-Meter-Weltmeister David Rudisha (Kenia) siegte zwar standesgemäß in 1:43,96 Minuten, verpasste aber seinen Weltrekord um fast drei Sekunden.









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