Dresden/Prag (ddp). Zum 20. Jahrestag der Flucht Tausender DDR-Bürger von Prag in den Westen soll ein «Zug der Freiheit» die damalige Strecke noch einmal befahren. Mit fünf Originalwaggons nehme der Zug am 1. Oktober mit einstigen Flüchtlingen und Augenzeugen die Fahrt von Prag ins bayerische Hof auf, teilte der Dresdner Verein «Kultur Aktiv» als Veranstalter mit. In Prag und an weiteren fünf Stationen sollen rund 200 Schüler aus Deutschland und Osteuropa an Bord gehen, die sich mit den Wende-Ereignissen von 1989 beschäftigen.

Im Spätsommer 1989 hatten rund 4000 DDR-Flüchtlinge in der Prager Botschaft Zuflucht gesucht, bereits im Sommer waren Tausende Bürger über Ungarn und Österreich in die BRD geflohen. Am 30. September 1989 verkündete der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) die Zustimmung der DDR-Regierung zur Ausreise in die BRD. Entlang der Strecke Dresden-Freiberg-Karl-Marx-Stadt-Plauen lösten die Züge Demonstrationen aus, die zumeist gewaltsam aufgelöst wurden.

Der Zug hält während der Gedenkaktion anders als 1989 nicht nur am Zielort Hof, sondern auch in Dresden, Freiberg, Chemnitz und Plauen, wie die Veranstalter mitteilten. Dort können Besucher die Waggons, in denen Ausstellungen, Lesungen und Konzerte zum Thema «Wende» präsentiert werden, besichtigen. Eine Mitfahrt ist den Angaben zufolge nicht möglich.

Das Projekt wird unter anderem von den Städten entlang der Strecke, dem Freistaat Sachsen, der Kulturstiftung Sachsen und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert.

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