Berlin (ddp). Die Islamkonferenz hat fast drei Jahre nach ihrer Gründung zum vorerst letzten Mal getagt. Die Arbeitsgruppen haben in dieser Zeit eine Reihe von Schlussfolgerungen und Empfehlungen erarbeitet, die die Integration der rund vier Millionen Muslime erleichtern sollen. Die Nachrichtenagentur ddp stellt nachfolgend die wichtigsten Punkte vor.
RELIGIONSUNTERRICHT: Eines der bestimmendsten Themen der Konferenz war die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts. Erarbeitet wurden dafür organisatorische und inhaltliche Bedingungen. Ziel ist ein konfessioneller islamischer Religionsunterricht in deutscher Sprache an öffentlichen Schulen. Zugleich wird für die Ausbildung von Lehrkräften und Imamen die Einrichtung islamisch-theologischer Forschungs- und Lehrstrukturen an deutschen Universitäten angestrebt.
SCHULEN: Plädiert wird für eine engere Zusammenarbeit von Schulen und Eltern, die etwa darauf achten sollen, dass Kopftuchträgerinnen nicht ausgegrenzt werden oder dass die Voraussetzungen für die Teilnahme von Musliminnen am Sport- und Schwimmunterricht sowie an Klassenfahrten geschaffen werden. Auch die Sprachausbildung soll verbessert und das Bewusstsein für die Gleichberechtigung von Mann und Frau gestärkt werden.
MEDIEN: Gefordert wird eine verantwortungsvolle, vorurteilsfreie und differenzierte Berichterstattung. So sollten mehr alltagsnahe Themen zum islamischen Leben in Deutschland aufbereitet werden. Angemahnt werden auch mehr qualifizierte Mitarbeiter mit Migrationshintergrund in Fernseh- und Rundfunkredaktionen sowie in den Printmedien.
SICHERHEIT: Um die Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Sicherheitsbehörden zu verbessern, wurde bereits eine eigene Abteilung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingerichtet. Diese sogenannte «Clearingstelle» soll unter anderem ein bundesweites Netz von Ansprechpartnern bei Sicherheitsbehörden und muslimischen Organisationen aufbauen und Austauschprojekte organisieren.
MOSCHEEN: Da der Bau einer Moschee immer wieder mit Konflikten in der Nachbarschaft einhergeht, wird muslimischen Bauherrn nahegelegt, künftig frühzeitig mit dem Vorhaben an die Öffentlichkeit zu gehen. Mit mehr Transparenz soll vor allem vorhandenen Ängsten in der Bevölkerung begegnet werden. Transparenz wird auch bei der Finanzierung solcher Projekte empfohlen.
BESTATTUNG: Um islamische Bestattungen zu erleichtern, sind Länder und Kommunen aufgerufen, sich über mögliche Anpassungen bei den geltenden Regeln auszutauschen. So könnten etwa auf Friedhöfen islamische Gräberfelder eingerichtet werden, um sarglose Erdbestattungen möglich zu machen und die Ausrichtung nach Mekka zu gewährleisten.
STUDIE: In der Studie «Muslimisches Leben in Deutschland» wurden erstmals in einem repräsentativen Verfahren die deutschen Muslime nach ihren Herkunftsländern und Lebensgewohnheiten befragt. Demnach leben zwischen 3,8 und 4,3 Muslime aus 49 verschiedenen Staaten in Deutschland. Fast die Hälfte sind deutsche Staatsangehörige. Bislang war lediglich von rund 3,4 Millionen Muslimen in Deutschland die Rede.
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