Islamistenszene - Magazin: Saudisches Königshaus in Islamistenszene verstrickt: Nach bundesweiten Razzien und Festnahmen in der Islamistenszene in Deutschland wegen des Verdachts auf Gründung einer kriminellen Organisation gibt es Hinweise auf eine Verstrickung des saudischen Königshauses in den Fall. In Ulm, Wiesbaden und Bonn waren Anfang Februar insgesamt drei Männer verhaftet worden.
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Nach bundesweiten Razzien und Festnahmen in der Islamistenszene in Deutschland wegen des Verdachts auf Gründung einer kriminellen Organisation gibt es Hinweise auf eine Verstrickung des saudischen Königshauses in den Fall. In Ulm, Wiesbaden und Bonn waren Anfang Februar insgesamt drei Männer verhaftet worden, die zusammen mit vier anderen Personen rund 100 Menschen aus dem Bundesgebiet radikalisiert und an eine ägyptische Koranschule vermittelt haben sollen. Dort sollten die Männer für Ausbildungslager terroristischer Organisationen angeworben werden. Nach einem Vorabbericht des Hamburger Magazins «stern» wird die Stiftung, die die Sprachaufenthalte am Qortoba-Institut in Alexandria finanzierte, von dem Königshaus unterstützt.

Dem Magazin zufolge handelt es sich um die saudi-arabische Stiftung «World Wide Association for Introducing Islam» (WWAII). Die Stiftung war 2005 gegründet worden als Nachfolgeorganisation der «El-Haramain-Stiftung», nachdem diese von der EU auf ihre Terrorliste gesetzt worden und 2004 aufgelöst worden war. Nach Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wird die Stiftung direkt vom saudischen Königshaus gesponsert.

Die Staatsanwaltschaft wirft den in Deutschland ermittelten mutmaßlichen Islamisten vor, sie hätten durch ihre Vermittlung Terrororganisationen gezielt Rekruten für den «Heiligen Krieg» (Jihad) verschaffen wollen. Vier der mit Haftbefehl gesuchten sieben Männer im Alter zwischen 24 und 59 Jahren sollen sich derzeit im Ausland aufhalten.

Unter den Deutschen, die von den sieben Beschuldigten betreut wurden, soll «stern» zufolge auch Daniel S., ein Mitglied der «Sauerland Gruppe», sein. Die vier angeklagten Mitglieder der «Sauerland-Gruppe» müssen sich derzeit vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Mitgliedschaft in beziehungsweise Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Verabredung zum Mord, Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion sowie versuchten Mordes verantworten.

Stuttgart (ddp-bwb)