Iranischer Satellit in Umlaufbahn gebracht: Mit dem Start eines neuen kleinen Satelliten hat der Iran am Freitag einmal mehr seine Raumfahrtambitionen unterstrichen. Staatlichen Medien zufolge wurde der 50 Kilogramm schwere Mikrosatellit 'Navid' in eine Erdumlaufbahn gebracht. Dort soll er Wetterdaten sammeln und nach möglichen Naturkatastrophen Ausschau halten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA.
Vergrößern Iranischer Satellit in Umlaufbahn gebracht | Bild: © dapd

Teheran (dapd). Er werde in einer Höhe von 375 Kilometern die Erde 15 Mal am Tag umrunden.

Es ist der dritte Satellit, der im Zuge des ambitionierten iranischen Raumfahrtprogramms ins All gebracht wurde. Das Programm hat im Zusammenhang mit dem umstrittenen Atomprogramm die Sorgen der internationalen Gemeinschaft vertieft: Dieselbe Technologie, mit der Satelliten ins Weltall transportiert werden können, kann auch für das Abfeuern von Sprengköpfen verwendet werden.

Ins All gebracht wurde der Satellit demnach mit einer 'Safir'-Trägerrakete, die laut IRNA über 20 Prozent mehr Schubkraft verfügen soll als frühere Versionen dieses Typs. Die iranische Website Irannuc.ir berichtete, dass es sich bei 'Safir' um eine ballistische Rakete handele, die in eine Interkontinentalrakete umgebaut werden könne.

Der Westen wirft dem Iran vor, mit seinem Atomprogramm die Entwicklung von Atomwaffen anzustreben. Teheran hingegen bestreitet dies. Ziel sei viel mehr die Erzeugung von Strom sowie die Produktion medizinischen Materials zur Behandlung von Krebspatienten.

Beim Start des Satelliten an unbekanntem Ort waren IRNA zufolge Außenminister Ali Akbar Salehi und Wissenschaftsminister Kamran Daneschdschu anwesend. Präsident Mahmud Ahmadinedschad grüßte telefonisch und sprach von einem Signal der Freundschaft unter den Menschen.

'Navid' dürfte etwa zwei Monate lang die Erde umrunden. Die Satelliten 'Omid' 2009 und 'Rasad' 2011 blieben drei Wochen beziehungsweise 82 Tage im All. 'Navid' verfüge über eine verbesserte Steuerungstechnik, eine Kamera mit höherer Auflösung und Fotozellen zur Stromerzeugung, berichtete IRNA. Der Iran hat in den vergangenen Jahren mehrfach Fortschritte seines Weltraumprogramms gemeldet, die allerdings nicht von anderer Seite bestätigt wurden. 2010 verkündete Teheran den erfolgreichen Abschuss einer Rakete mit einer Maus, einer Schildkröte und Würmern an Bord. Erklärtes Ziel ist es, binnen zehn Jahren einen Menschen ins Weltall zu befördern.

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