Internationale Delegation besucht Atomanlagen im Iran: Eine Delegation aus sieben Ländern hat am Samstag mit der Besichtigung zweier Atomanlagen im Iran begonnen. Vertreter aus Ägypten, Kuba, Syrien, Algerien, Venezuela, Oman sowie der arabischen Liga seien am Morgen in Teheran eingetroffen und hätten einen Wasserreaktor bei Arak im Zentrum des Landes besichtigt, berichtete das iranische Staatsfernsehen.
Vergrößern Internationale Delegation besucht Atomanlagen im Iran | Bild: © dapd

Teheran (dapd). Später solle ein Besuch der Urananreicherungsanlage in der Nähe von Natans folgen, hieß es.

Während der Besichtigungen wolle der Iran auch zwei medizinische Errungenschaften im Zusammenhang mit seinem Atomprogramm verkünden, erklärte der iranische Gesandte der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Ali Asghar Soltanieh. Damit sollten offenbar Bedenken zerstreut werden, wonach das Land mit seiner Urananreicherung unter dem Deckmantel einer zivilen Nutzung nach dem Bau von Atomwaffen strebt. Der Iran hat dies zurückgewiesen.

Im Vorfeld hatten China und die EU hatten in den vergangenen Tagen bereits öffentlich mitgeteilt, an der Tour nicht teilnehmen zu wollen. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton betonte, dass eine Inspektion Aufgabe der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA sei. Aus diplomatischen Kreisen hieß es, Russland, die Schweiz, die Türkei und Brasilien hätten die Einladung abgelehnt oder weniger als einen Tag vor der geplanten Abreise aus Wien auf das Schreiben nicht geantwortet. Die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland waren zu der Besichtigung nicht eingeladen worden.

Beobachter werteten die Einladung Teherans als Versuch, vor den neuen Verhandlungen der Sechsergruppe über das iranische Atomprogramm in Istanbul Zwietracht zwischen der Verhandlungspartnern zu säen.

Unterdessen teilte die iranische Revolutionsgarde mit, dass es sich bei zwei Aufklärungsflugzeugen, die Anfang Januar über dem iranischen Luftraum abgeschossen worden seien, um Maschinen der USA handele. Ein Behördenvertreter sagte weiter, die Flugzeuge würden öffentlich zur Schau gestellt. Eine Marineeinheit der US-Streitkräfte mit Sitz in der Golfregion hatte jedoch gemeldet, es seien 'in der jüngsten Zeit' keine Flugzeuge abgeschossen worden.

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