Interesse - Entschärfung von V1-Rakete dauert die ganze Woche: Museen haben Interesse an Raketenfund aus der Eifel angemeldet Die Entschärfung der bei Hillesheim in der Eifel gefundenen V1-Rakete aus dem Zweiten Weltkrieg wird voraussichtlich die ganze Woche dauern. Da in dem Gefechtskopf noch bis zu 600 Kilogramm des hochgiftigen Sprengstoffes vom Typ Amlatol enthalten sein könnten, müsse äußerst vorsichtig vorgegangen werden, sagte der Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz, Horst Lenz, am Montag.
Vergrößern Interesse - Entschärfung von V1-Rakete dauert die ganze Woche | Bild: ©

Die Entschärfung der bei Hillesheim in der Eifel gefundenen V1-Rakete aus dem Zweiten Weltkrieg wird voraussichtlich die ganze Woche dauern. Da in dem Gefechtskopf noch bis zu 600 Kilogramm des hochgiftigen Sprengstoffes vom Typ Amlatol enthalten sein könnten, müsse äußerst vorsichtig vorgegangen werden, sagte der Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz, Horst Lenz, am Montag in Hillesheim.

Nach Angaben von Lenz wird nun zunächst die Räumstelle mit Absperrungen und Übernachtungsmöglichkeiten für die Kampfmittelräumer eingerichtet. Ab Dienstag werde dann damit begonnen, die unter der Erde liegende Rakete vorsichtig freizulegen. Insgesamt zehn Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes sollen dann im Einsatz sein.

Der in den V1-Raketen verwendete Sprengstoff Amlatol gilt als sehr giftig. Bei der Entschärfung müsse deshalb mit Schutzanzügen und Atemmasken vorgegangen werden, erläuterte Lenz. Für die Bevölkerung gehe von der Rakete aber keine Gefahr aus, da die Fundstelle fast einen Kilometer von der nächsten Wohnsiedlung entfernt liege. Das Risiko, dass die Rakete bei der Entschärfung explodieren könnte, bezeichnete Lenz als «äußerst gering».

Gefunden wurde das acht Meter lange Geschoss aufgrund eines Hinweises von einem Zeitzeugen. Dieser hatte in den letzten Kriegstagen im Frühjahr 1945 beobachtet, wie die Rakete herabstürzte, aber nicht explodierte. Der Kampfmittelräumdienst suchte auf diesen Hinweis hin die Gegend ab. Die Suche mit Metalldetektoren und Probebohrungen ergab, dass es sich bei dem unter dem Erdreich vergrabenen Objekt tatsächlich um eine Rakete vom Typ V1 handelt. Lenz sagte, in den 25 Jahren seiner Dienstzeit sei dies die erste V1, die er zu entschärfen habe. Dies stelle ihn aber vor «keine sonderlichen Schwierigkeiten». Die Zünder dieser Raketen seien mit denen von Fliegerbomben vergleichbar.

Erste Museen haben den Angaben zufolge bereits ihr Interesse angemeldet, die entschärfte Rakete als Ausstellungsstück zu zeigen. Dazu müsse man aber erst abwarten, bis die V1 vollständig ausgegraben sei, um sehen zu können, ob sie in einem ausreichend guten Zustand sei, sagte Lenz. Andernfalls würden die Überreste in ein Munitionslager bei Koblenz gebracht und dort vernichtet.

Die von den Nationalsozialisten als «Wunderwaffen» propagierten Raketen vom Typ V1 und V2 wurden ab 1944 meist in Richtung London abgeschossen. Viele erreichten ihr Ziel jedoch nicht, sondern stürzten auf deutschem Gebiet wieder ab. Erst in der vergangenen Woche waren ebenfalls in der Eifel bei Bauarbeiten in der Stadtmitte von Prüm die Überreste einer völlig demolierten V1 gefunden worden.

Hillesheim (ddp-rps)