Inspektoren für die Luftretter: Die beiden gelben Hubschrauber im Werft-Hangar am Flugplatz Oppin bei Halle gleichen einem gerupften Huhn. Es fehlen nicht nur die Rotorblätter, Teile der Verkleidung und die Sitze, auch die Motoren wurden demontiert. Der Stationsleiter der ADAC Luftfahrt Technik (ALT), Mathias Roßberg, spricht am Dienstag von einer ganz normalen Inspektion der Hubschrauber.
Vergrößern Inspektoren für die Luftretter | Bild: © dapd

Oppin (dapd-lsc).

'Jede Flugstunde zieht je nach Hubschraubertyp eineinhalb bis drei Stunden Wartung nach sich, ergänzt der beim ADAC zuständige Manager Stephan Günther. Unter 40.000 Euro auf der Rechnung gehe kaum eine große Kontrolle zu Ende.

Drei Mechaniker hatten vor 20 Jahren in Oppin in der Hubschrauber-Werft des ADAC den Betrieb aufgenommen. Heute sind es 15 Mitarbeiter, die im Hangar mit seinen drei Helikopter-Docks vor allem Hubschrauber des Typs EC135 warten. Oppin ist eine von drei Standorten, die die ADAC Luftfahrt Technik GmbH in Deutschland betreibt.

Seit 20 Jahren ist Markus Nitzschke zwar nicht dabei, für den gelernten Fluggerät-Mechaniker werden es aber immerhin inzwischen fast zwölf Jahre, in denen er in Oppin arbeitet, wie er sagt. Der Monteure aus Halle arbeitet als Prüfer im Hangar. Während er Antennen an den Rumpf des Helikopters montiert, hantiert auf einer Arbeitsbühne sein Kollege Michael Straube am Antrieb des Helikopters.

Nitzchke spricht von einer verantwortungsvollen Aufgabe. Bei der Wartung habe alles seinen Platz. 'Bei uns gibt es keine Kiste, wo alles hin einkommt', sagt der Monteur. Für jede noch so kleine Schraube gebe es Tüten oder andere Behältnisse, in denen sie während der Wartung aufbewahrt würden. Erst mit dem abschließenden Stempel unter den Wartungspapieren und der Freigabe könne der Hubschrauber wieder in den Einsatz.

Auf dem Flugplatz nur wenige Kilometer von Halle entfernt werden von den ALT-Mitarbeitern jene elf Helikopter betreut, die für den ADAC in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sind.

'Wir sind diejenigen, die dafür sorgen, dass die Hubschrauber hundertprozentig sicher in die Luft gehen. Nur so kann ein lückenloses Einsatzsystem funktionieren', sagt Stephan Günther. Nach jeweils 100 Flugstunden würden die gelben Helikopter an ihren Rettungsstandorten gewartet. Nach 300 bis 400 Stunden in der Luft müssten sie zur Inspektion in die Werft und würden dort drei Wochen lang auf Herz und Nieren geprüft.

Die Hubschrauber werden aber nicht nur allein in den Werften betreut. Bundesweit gebe es acht sogenannte Bereitschaftsprüfer, zwei davon in Oppin. Sie müssen immer dann los - egal zu welcher Uhrzeit und an welchem Wochentag - , wenn Vögel gegen den Helikopter geflogen sind und ihn lahmgelegt haben, oder wenn die Hubschrauber wegen Berührungen mit Bäumen oder Technikproblemen am Boden stehen.

dapd