Innenminister de Maizière schaltet sich in Streit um Islamschule ein: In den Konflikt um eine von Extremisten geplante Islamschule in Mönchengladbach hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) eingeschaltet. Auf Einladung eines CDU-Bundestagsabgeordneten will de Maizière am kommenden Freitag (15. Oktober) in Mönchengladbach-Eicken mit Anwohnern und Vertretern einer Bürgerinitiative sprechen.
Vergrößern Innenminister de Maizière schaltet sich in Streit um Islamschule ein | Bild: © dapd

Hamburg/Mönchengladbach (dapd-nrw). In den Konflikt um eine von Extremisten geplante Islamschule in Mönchengladbach hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) eingeschaltet. Auf Einladung eines CDU-Bundestagsabgeordneten will de Maizière am kommenden Freitag (15. Oktober) in Mönchengladbach-Eicken mit Anwohnern und Vertretern einer Bürgerinitiative sprechen, die seit mehreren Wochen gegen das vom Verein 'Einladung zum Paradies' geplante Islamzentrum protestieren, wie das Hamburger Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' vorab berichtete. Ein Sprecher der Mönchengladbacher Polizei bestätigte auf dapd-Nachfrage den Termin.

Der Verein gilt nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes als wichtiger Anziehungspunkt für salafistisch orientierte Islamisten. Der Verfassungsschutz warnt laut 'Spiegel' vor dieser Strömung des Islam, die zur Radikalisierung führe und 'in Terrorismus münden kann'. Die Bürgerinitiative in Mönchengladbach hofft, dass der unerwartete Ministerbesuch 'Druck auf die Behörden in der Stadt erzeugt', sagte Wilfried Schultz, einer der Initiatoren der Proteste. Eine Ministeriumssprecherin sagte dem Magazin, de Maizière werde nicht als Innenminister, sondern als Abgeordneter des Bundestags nach Mönchengladbach reisen. Inzwischen haben die Islamisten des Vereins 'Einladung zum Paradies' ebenfalls angekündigt, bei der Podiumsdiskussion erscheinen zu wollen.

Wegen des geplanten Islamzentrums fanden an diesem Samstag mehrere Demonstrationen in Mönchengladbach statt. Dabei protestierten rund 300 Menschen gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW, zu der laut Polizei etwa 180 Teilnehmer kamen. Nach Angaben der Polizei verliefen die Veranstaltungen störungsfrei. Die im Vorfeld erwarteten Verkehrsbehinderungen blieben aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen aus.

ddp