Der Expertenkreis empfehle unter anderem die Einrichtung einer zentralen Datenbank, in der die DNA-Profile aller baden-württembergischen Polizisten gespeichert würden, die an Tatorten Spuren sicherten. Auch Mitarbeiter von Labors, in denen das Material anschließend untersucht werde, sollten demnach ihre Erbgut-Profile einspeisen lassen. Eine ähnliche Datei solle beim Bundeskriminalamt eingerichtet werden. Dort müssten die DNA-Muster von Mitarbeitern eingestellt werden, die an der Produktion von Abriebbesteck für die polizeiliche Tatortarbeit beteiligt seien.
Künftig müssten DNA-Spuren, die bei Kriminalfällen gesichert werden, immer mit den neuen Dateien abgeglichen werden. So ließen sich Trugspuren wie im Fall des «Phantoms» vermeiden. Ferner sollten Polizisten DNA-Spuren in Zukunft «grundsätzlich im Original» sichern und «nur in Ausnahmen» mit Wattestäbchen abnehmen.
Ende März will Rech laut «Focus» im Innenausschuss des Landtags für die Vorschläge werben. Eine Forderung wurde den Angaben zufolge bereits umgesetzt: Die Polizeibehörden des Landes dürfen ihr Besteck zur DNA-Sicherung nicht mehr eigenständig bestellen. Der Einkauf erfolge über eine Zentralstelle.
In Heilbronn war 2007 eine 22-jährige Polizistin im Streifendienst mit einem Kopfschuss getötet worden. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die Ermittler bei der Suche nach den Mördern einem «Phantom» nachgejagt hatten, dass es gar nicht gibt: Die an insgesamt 40 Tatorten sichergestellte DNA-Spur des vermeintlichen Phantoms ist auf verunreinigte Wattestäbchen zurückzuführen.
Stuttgart/München (ddp-bwb)


Forum
Facebook
Twitter





















