Initiative protestiert gegen Neonazi-Aufmarsch in Bad Freienwalde: Nach dem Protest gegen Neonazi-Aufmärsche in Bernau und Eberswalde haben am Samstag auch in Bad Freienwalde Hunderte Menschen gegen einen Aufzug von Rechtsextremisten demonstriert. Anders als in Bernau vor zwei Wochen konnten die Anhänger der rechtsextremen Kameradschaft «Märkisch Oder Barnim» in Bad Freienwalde aber wie geplant durch den Ort ziehen.
Vergrößern Initiative protestiert gegen Neonazi-Aufmarsch in Bad Freienwalde | Bild: © ddp
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In Bernau waren sie durch eine Sitzblockade am Bahnhof aufgehalten worden. Eine Woche später sagten die Rechtsextremisten ihren in Eberswalde geplanten Aufzug nach angekündigten Protesten kurzfristig ab.

In Bad Freienwalde wurden der Aufzug der Neonazis und die Gegenkundgebung räumlich voneinander getrennt. Die Polizei wollte damit ein Aufeinandertreffen verhindern. Wie die Polizei mitteilte, verliefen die angemeldeten Versammlungen störungsfrei. Die Beamten sprachen insgesamt 60 Platzverweise aus und stellte von 27 Personen die Identität fest. Außerdem wurden drei Anzeigen aufgenommen. Die Teilnehmer der Gegenkundgebung seien deutlich in der Überzahl gewesen, sagte ein Sprecher. Genaue Zahlen nannte die Polizei nicht.

Die Kameradschaft plant bis 10. Juli eine Reihe von Aufmärschen in den Kreisen Barnim und Märkisch-Oderland. Dem stellt sich das Bündnis «Brandenburg Nazifrei» mit Protestveranstaltungen entgegen, an denen auch das landesweite Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit beteiligt ist.

«Brandenburg Nazifrei» hatte vor der Veranstaltung in Bad Freienwalde kritisiert, dass die Polizei Proteste in Ruf- und Sichtweite zu den Neonazis untersagte. Zwar müsse die demokratische Gesellschaft es ertragen, wenn Rechtsextreme das Demonstrationsrecht in Anspruch nehmen. Es sei aber nicht hinnehmbar, dass die Polizei die Feinde der Demokratie von jedem demokratischen Protest abschirme.

ddp