Indische Goldkäufe lassen Goldpreis explodieren
03.11.09 | 23:58 Uhr
Gold: Im Verlauf der letzten Woche zeigten sich bei den Goldnotierungen Schwächesignale, welche auf eine mögliche baldige Korrektur hinwiesen. Und angesichts der überkauften Situation am Markt wäre eine Marktbereinigung auch zu erwarten gewesen. Heute allerdings wurde bekannt, dass die Indische Reservebank dem IWF Gold im Umfang von 200t oder einem Gegenwert von 6,7 Mia. USD abkauft, was den Goldkurs gleich um zeitweise fast 30 USD/Unze explodieren ließ. Der Schlusskurs von letztem Freitagabend lag bei 1044,70 USD/Unze; am Dienstagabend wurden zuletzt 1084,30 USD für eine Feinunze Gold bezahlt.
Der Goldkauf der indischen Reservebank ist aus mindestens zwei Gründen ein stark positives Signal für den Goldmarkt. Einerseits nimmt er einen Teil des Druckes weg, welcher in den letzten Jahren durch die drohenden IWF-Verkäufe auf den Markt ausgeübt wurde. Andererseits zeigt er das Interesse der asiatischen Schwellenländer, auch seitens des offiziellen Sektors vermehrt in Gold zu investieren. Verglichen mit westlichen Standards ist der Anteil von Gold an den indischen Währungsreserven nach wie vor gering, so dass in Zukunft durchaus weitere Käufe vorstellbar wären. Dazu kommt, dass auch China und andere Staaten die Absicht äusserten oder zumindest ‚laut darüber nachdenken’, ihre Goldreserven zu erhöhen. Während in den letzten Jahren die Zentralbanken vor allem als Goldverkäufer auftraten und den Markt unter Druck brachten, scheint also ein Paradigmenwechsel anzustehen: Private Investoren, welche durch Goldkäufe ihr Vermögen zu schützen trachten, werden in Zukunft wohl von den Zentral- und Reservebanken zahlreicher aufstrebender Volkswirtschaften konkurrenziert werden. Dies eröffnet dem Goldpreis natürlich ein ungemeines Kurspotenzial
Langfristig sind die Neuigkeiten also als sehr positiv zu werten. Kurzfristig ist eine Kursprognose schwierig – einerseits ist der Goldmarkt nach wie vor stark überkauft, was auch ein Blick auf die COT-Daten zeigt; die ‚Commercials’ haben sich sehr stark ‚short’ positioniert. Andererseits können Anschlusskäufe von Investoren nach dem Erreichen eines neuen Rekordhochs dem Preis noch eine Weile Auftrieb geben.
Der Goldminenindex HUI schloss am Freitag mit einem grossen Wochenverlust bei rund 390 Punkten, konnte sich heute Dienstag aber wieder stark erholen und schloss bei 426,28 Punkten. Noch vor zwei Wochen stand der Index allerdings bei einem tiefern Goldpreis noch deutlich höher – wenn der HUI nicht mehr ‚mitzieht’ ist dies oft ein Warnsignal für den Goldmarkt.
Silber: Der Silberpreis bewegt sich aktuell weitgehend parallel zum Goldpreis, wobei in der letzten Woche eine relative Schwäche auszumachen war. Heute konnte sich der Silberpreis nach Bekanntwerden der indischen Goldkäufe aber wieder sehr stark erholen und schloss bei 17,21 USD/Unze deutlich höher als am Freitag, wo der Schlusskurs bei 16,34 USD/Unze lag.
Mangels entscheidender Neuigkeiten und aufgrund dessen, dass die Investoren ihren Hauptfokus derzeit klar auf Gold gelegt haben, entwickelt der Markt derzeit keine Eigenständigkeit. Die Bemerkungen zum Goldmarkt gelten weitgehend auch für den Silbermarkt. Zwar ist Letzterer weniger überkauft als der Goldmarkt, doch würde sich der Silberpreis einer allfälligen Korrektur am Goldmarkt kaum entziehen können.
Der grösste Silber-ETF, der iShares Silver ETF hat laut den offiziellen Angaben ein aktuelles Inventar von 281,13 Millionen Unzen. Der Silberminen-Index SIX schloss am Dienstag bei einem Stand von 77,85 Punkten.
Platin: Die Feinunze Platin wurde am Dienstag zuletzt zu einem Preis von 1357 USD/Unze gehandelt, nachdem am Freitagabend noch 1324 USD für eine Feinunze bezahlt werden mussten. Insgesamt zeigt der Platinmarkt in den letzten Monaten eine relative Schwäche; zwar entwickelte er sich parallel zu den anderen Edelmetallen aufwärts, bildlich gesprochen allerdings mit ‚angezogener Handbremse’. Wir sehen im Schwestermetall Palladium derzeit die grösseren Chancen für Investoren.
Palladium: Die Feinunze Palladium wurde am Dienstagabend zuletzt für 325 USD gehandelt, nach einem Schlusskurs vom Freitag bei 319 USD/Unze. Im Gegensatz zum Platinpreis zeigt der Palladiumpreis in den letzten Wochen und Monaten auch gegenüber den anderen Edelmetallen eine relative Stärke und entwickelt sich stetig aufwärts. Ganz offensichtlich erkennen immer mehr Investoren, dass Palladium die Chance bietet, in ein im Vergleich zu den anderen Edelmetallen unterbewertetes Edelmetall zu investieren.
Verkaufspreise von Barren und Münzen: Ein Kilogramm Gold kostete am Dienstag Abend in Zürich CHF 35’974.-, für einen „Maple Leaf“ aus Gold wurden CHF 1180.- verlangt (Quelle UBS Zürich). In Frankfurt mussten € 23’675.-, bzw. € 775.- dafür bezahlt werden (Quelle Dresdner Bank).
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Der Goldkauf der indischen Reservebank ist aus mindestens zwei Gründen ein stark positives Signal für den Goldmarkt. Einerseits nimmt er einen Teil des Druckes weg, welcher in den letzten Jahren durch die drohenden IWF-Verkäufe auf den Markt ausgeübt wurde. Andererseits zeigt er das Interesse der asiatischen Schwellenländer, auch seitens des offiziellen Sektors vermehrt in Gold zu investieren. Verglichen mit westlichen Standards ist der Anteil von Gold an den indischen Währungsreserven nach wie vor gering, so dass in Zukunft durchaus weitere Käufe vorstellbar wären. Dazu kommt, dass auch China und andere Staaten die Absicht äusserten oder zumindest ‚laut darüber nachdenken’, ihre Goldreserven zu erhöhen. Während in den letzten Jahren die Zentralbanken vor allem als Goldverkäufer auftraten und den Markt unter Druck brachten, scheint also ein Paradigmenwechsel anzustehen: Private Investoren, welche durch Goldkäufe ihr Vermögen zu schützen trachten, werden in Zukunft wohl von den Zentral- und Reservebanken zahlreicher aufstrebender Volkswirtschaften konkurrenziert werden. Dies eröffnet dem Goldpreis natürlich ein ungemeines Kurspotenzial
Langfristig sind die Neuigkeiten also als sehr positiv zu werten. Kurzfristig ist eine Kursprognose schwierig – einerseits ist der Goldmarkt nach wie vor stark überkauft, was auch ein Blick auf die COT-Daten zeigt; die ‚Commercials’ haben sich sehr stark ‚short’ positioniert. Andererseits können Anschlusskäufe von Investoren nach dem Erreichen eines neuen Rekordhochs dem Preis noch eine Weile Auftrieb geben.
Der Goldminenindex HUI schloss am Freitag mit einem grossen Wochenverlust bei rund 390 Punkten, konnte sich heute Dienstag aber wieder stark erholen und schloss bei 426,28 Punkten. Noch vor zwei Wochen stand der Index allerdings bei einem tiefern Goldpreis noch deutlich höher – wenn der HUI nicht mehr ‚mitzieht’ ist dies oft ein Warnsignal für den Goldmarkt.
Silber: Der Silberpreis bewegt sich aktuell weitgehend parallel zum Goldpreis, wobei in der letzten Woche eine relative Schwäche auszumachen war. Heute konnte sich der Silberpreis nach Bekanntwerden der indischen Goldkäufe aber wieder sehr stark erholen und schloss bei 17,21 USD/Unze deutlich höher als am Freitag, wo der Schlusskurs bei 16,34 USD/Unze lag.
Mangels entscheidender Neuigkeiten und aufgrund dessen, dass die Investoren ihren Hauptfokus derzeit klar auf Gold gelegt haben, entwickelt der Markt derzeit keine Eigenständigkeit. Die Bemerkungen zum Goldmarkt gelten weitgehend auch für den Silbermarkt. Zwar ist Letzterer weniger überkauft als der Goldmarkt, doch würde sich der Silberpreis einer allfälligen Korrektur am Goldmarkt kaum entziehen können.
Der grösste Silber-ETF, der iShares Silver ETF hat laut den offiziellen Angaben ein aktuelles Inventar von 281,13 Millionen Unzen. Der Silberminen-Index SIX schloss am Dienstag bei einem Stand von 77,85 Punkten.
Platin: Die Feinunze Platin wurde am Dienstag zuletzt zu einem Preis von 1357 USD/Unze gehandelt, nachdem am Freitagabend noch 1324 USD für eine Feinunze bezahlt werden mussten. Insgesamt zeigt der Platinmarkt in den letzten Monaten eine relative Schwäche; zwar entwickelte er sich parallel zu den anderen Edelmetallen aufwärts, bildlich gesprochen allerdings mit ‚angezogener Handbremse’. Wir sehen im Schwestermetall Palladium derzeit die grösseren Chancen für Investoren.
Palladium: Die Feinunze Palladium wurde am Dienstagabend zuletzt für 325 USD gehandelt, nach einem Schlusskurs vom Freitag bei 319 USD/Unze. Im Gegensatz zum Platinpreis zeigt der Palladiumpreis in den letzten Wochen und Monaten auch gegenüber den anderen Edelmetallen eine relative Stärke und entwickelt sich stetig aufwärts. Ganz offensichtlich erkennen immer mehr Investoren, dass Palladium die Chance bietet, in ein im Vergleich zu den anderen Edelmetallen unterbewertetes Edelmetall zu investieren.
Verkaufspreise von Barren und Münzen: Ein Kilogramm Gold kostete am Dienstag Abend in Zürich CHF 35’974.-, für einen „Maple Leaf“ aus Gold wurden CHF 1180.- verlangt (Quelle UBS Zürich). In Frankfurt mussten € 23’675.-, bzw. € 775.- dafür bezahlt werden (Quelle Dresdner Bank).
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