DJ XETRA-SCHLUSS/Leichter - Verfalltag belastet die Kurse FRANKFURT (Dow Jones) Leichter hat sich der deutsche Aktienmarkt am Freitag aus der Handelswoche verabschiedet. Der DAX fiel um 0,7% oder 39 auf 5.663 Punkte. Nach zunächst ruhigem und nachrichtenarmen Handel kam ab Mittag auf alle europäischen Märkte Druck auf. Händler machten den kleinen Verfalltag an den Terminbörsen als Grund aus. Ein DAX-Stand unterhalb der Marke von 5.700 Punkten sei besonders von Stillhaltern in Index-Optionen erwünscht worden, die DAX-Calls oberhalb dieser Marke verkauft hatten. "Da es keine Anschlusskäufe gegeben hat, die den Markt stützen, war es leicht, den DAX zu drücken", sagte ein Händler. Begünstigt wurde dies durch den Handelsverlauf an den US-Börsen. Auch dort gab es eher Druck auf die Kurse. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 133,3 (Vortag: 124,9) Mio Aktien im Wert von rund 3,48 (Vortag: 2,56 ) Mrd EUR. Zudem war die Agenda der Konjunkturdaten völlig leer und konnte keine stützenden Impulse liefern. Händler betonten jedoch, die Verfallstags-Bewegungen seien Einmal-Effekte. Mit dem Ende der Berichtssaison sei einfach "die Luft draußen" gewesen. Zudem sei in den kommenden Wochen angesichts der sich nähernden Feiertage "Thanksgiving" und Weihnachten kaum noch mit großen Ausschlägen nach oben oder unten zu rechnen. Aus technischer Sicht würde sich die Situation oberhalb des Widerstandsbereichs um 5.770 Punkte wieder verbessern. Unterstützung für den DAX gibt es bei 5.650 Punkten. Enttäuschende Quartalszahlen von Dell vom Vorabend belasteten die europäischen Technologiewerte. Infineon wurden zudem von der Sorge um eine bevorstehende Kapitalerhöhung belastet. Die Aktien verloren 3,4% auf 3,10 EUR. Siemens gaben 1,8% nach auf 64,10 EUR. Deutsche Bank litten unter einer möglichen Herabstufung der Ratings durch Moody's angesichts drohender weiterer Abschreibungen in den Kreditportfolios. Dies sei nicht nur eine Story für die Deutsche Bank, sondern ein Branchenproblem, hieß es im Handel. "Höhere Eigenkapitalunterlegung oder Finanzierungskosten würden die Renditeziele aller Banken belasten", sagte ein Händler. Deutsche Bank verloren 2,7% auf 49,06 EUR, Commerzbank um 3,7% auf 6,55 EUR. Deutsche Telekom gaben nur 0,5% nach auf 9,50 EUR. Händler verwiesen auf einen Bericht im "Handelsblatt", demzufolge der Konzern nach Großbritannien nun auch in den USA auf Partnersuche gehe. "Sollte die Telekom fündig werden, könnte sie neu bewertet werden", so ein Händler. Merck erholten sich um 0,3% auf 64,23 EUR. Die Aktien hatten am Vortag kräftig verloren, nachdem das "Committee for Medicinal Products for Human Use" (CHMP) der "European Medicines Agency" (EMEA) dem Merck-Krebsmedikament "Erbitux" die Empfehlung zur Behandlung von Lungenkrebs verweigert hatte. VW fielen um 1,7% auf 94 EUR glatt, die nicht im DAX notierten VW-Vorzüge brachen sogar um 6% ein auf 57,51 EUR. Händler verwiesen auf das Absegnen der Porsche-Übernahme durch den Aufsichtsrat. Nun warte der Markt auf die Kapitalerhöhung und die Hauptversammlung Anfang Dezember. Im MDAX ließen sich kaum klare Branchentrends erkennen. Selbst innerhalb der Konjunkturzykliker war die Performance uneinheitlich. Während EADS 2,5% nachgaben, stiegen Vossloh 2,7% und Bauer um 1,8%. Im TecDAX profitierten SMA Solar gleich mehrfach von Analystenstimmen: Goldman Sachs nahm die Titel auf die Conviction Buy List und eine Kurszielerhöhung auf 72 nach 47 EUR kam von der Deutschen Bank. Die Aktien stiegen 6% auf 85,59 EUR. DJG/mod/raz Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
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