Die Stadtentwicklungsbehörde hatte das Nachtflugverbot in Tegel nach einer «Abwägung der unterschiedlichen Interessen» vorerst aufgehoben. Allerdings muss für jeden Flug ein Antrag gestellt werden. Zuvor hatten mehrere Luftfahrtgesellschaften eine Lockerung des Verbots gefordert.
Das Nachtflugverbot sei schon jetzt «löchrig wie ein Schweizer Käse», sagte Hämmerling. Nach Angaben der Stadtentwicklungsbehörde habe es 2008 von Januar bis September zwischen 23.00 und 6.00 Uhr knapp 570 gewerbliche Linien- und Gelegenheitsflüge in Tegel und Schönefeld gegeben. Hinzu kämen Flüge von Post, Ambulanz sowie Polizei, Militär und Regierung.
Die wegen des Vulkanausbruchs gestrandeten Reisenden sollten weitgehend am Tage zurückgeholt werden, verlangte Hämmerling. Da die Aschewolke nicht überall gleichzeitig anzutreffen sei, könnten die Bundesländer untereinander sowie Deutschland und seine Nachbarn dabei kooperieren. Die Maschinen landeten dort, wo es ungefährlich sei, und die Weiterreise werde mit Bahn oder Bus fortgesetzt, schlug sie vor.
Angesichts der derzeitigen Beschränkungen forderte Hämmerling aber auch ein grundsätzliches Umdenken bei der Mobilität. Passagiere sollten mehr mit der Bahn reisen, die im Wettbewerb mit dem Flugverkehr jedoch nicht länger benachteiligt werden dürfe. Dass die Bahn für ihren Kraftstoff Steuern zahlen müsse, die Fluggesellschaften jedoch nicht, sei nicht länger akzeptabel. Da müssten die Bundesregierung und die Europäische Union endlich handeln.
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