Grüne: Stromnetze müssen für Energiewende ausgebaut werden: Die rheinland-pfälzischen Grünen drängen auf den Ausbau des Stromnetzes im Land in den kommenden zehn Jahren. Andernfalls sei die Stromversorgung nicht zu gewährleisten und das Ziel der Energiewende nicht zu realisieren, sagte der energiepolitische Sprecher der Fraktion, Bernhard Braun, am Montag in Mainz. Die Planungen für den Ausbau müssten jetzt beginnen.
Vergrößern Grüne: Stromnetze müssen für Energiewende ausgebaut werden | Bild: © dapd

Mainz (dapd-rps). Leitfaden dafür solle eine Studie sein, die der Landauer Ingenieur Oliver Decken im Auftrag der Grünen-Fraktion erstellt hatte.

Grünen-Energieexperte Braun sagte, die großen Ballungsräume würden in Zukunft von den großen Windparks in Eifel und Hunsrück beliefert. Die derzeitigen Leitungen könnten dieser Belastung aber nicht Stand halten. Der Ausbau von Erzeugung, Transport und Speicherung müsse darum zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Ein wichtige Rolle hierbei spiele der Ende November von der Landesregierung angekündigte Masterplan 'Zielnetz Strom- und Speicherbedarf Rheinland-Pfalz 2030'. Braun kritisierte, dass die Stadtwerke bislang zu wenig in die Zukunftsfähigkeit ihrer Netze investierten.

Fraktionschef Daniel Köbler bezifferte den landesweiten Investitionsbedarf für den Netzausbau im zweistelligen Millionenbereich. 'Wir wollen Musterland für die Bundesrepublik werden', fügte er hinzu. Vor dem Hintergrund der angestrebten Dezentralisierung der Stromversorgung spielten die Gemeinden und Kommunen dabei eine besonders wichtige Rolle.

Studienmacher Decken betonte an erster Stelle die Notwendigkeit, die Energielast zu reduzieren. 'Hier gibt es noch ein großes Potenzial in Rheinland-Pfalz, vor allem in den Betrieben', sagte er. In weiteren Schritten müssten Kurzzeit- und Langzeitspeicher ausgebaut werden. Beim Ausgleich vorübergehender Tagesschwankungen könnten neben Batterien auch Pumpspeicherwerke hilfreich ein. In Rheinland -Pfalz seien dafür derzeit drei Standorte im Gespräch, und zwar in Schweich, Niederheimbach und im Raum Eller-Bremm-Lutzerath. Für eine vielversprechende Technologie zur Langzeitspeicherung hält Decken die Umwandlung von Energie in Wasserstoff und zurück in Methan.

Ziel der rot-grünen Landesregierung ist, dass die benötigte Energie im Land bis 2030 bilanziell zu hundert Prozent regenerativ erzeugt wird.

dapd