Osnabrück (dapd-nrd).
'Heute ist ein besonderer Tag für uns, weil Niedersachsen das erste Bundesland ist, das islamischen Religionsunterricht anbietet', sagte der Direktor des neuen Instituts für Islamische Theologie, Professor Bülent Ucar, in Osnabrück. Dass islamische künftig genauso wie katholische oder evangelische Religion unterrichtet werden könne, sei für ihn ein weiterer Schritt hin zur Normalität und zum gleichberechtigten Nebeneinander der Konfessionen.
'Das ist eine wichtige Entwicklung für unser Land und ein guter Beitrag zur Integration unserer muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie zur Würdigung ihres Glaubens', lobte auch die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka.
Der Bund und das Land fördern das Institut für Islamische Theologie in den kommenden fünf Jahren mit 6,6 Millionen Euro. Den Weg zur Gründung des Islam-Instituts freigemacht hat die Bildung eines konfessorischen Beirats aus Vertretern der islamischen Landesverbände und der Universität Osnabrück. 'Die Kooperationsvereinbarung dokumentiert die Bereitschaft aller Beteiligten, an der Einrichtung der Islamischen Theologie und Religionspädagogik an der Universität Osnabrück konstruktiv mitzuarbeiten', sagte Wanka.
An den Ausbildungs- und Personalfragen islamischer Theologie beteiligt werden künftig jeweils drei Vertreter des Landesverbandes der Muslime, Schura Niedersachsen, und der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion, DITIB. Dem konfessorischen Beirat werden zudem drei international anerkannte Theologen angehören. Analog zu den christlichen Kirchen kann das Gremium wegen der Glaubenslehre oder des Lebenswandels einer Person Einwände bei der Besetzung eines Lehrstuhls erheben.
Der Vorsitzende der Schura Niedersachsen, Avni Altiner, dankte Allah, der Landesregierung, Ministerin Wanka und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff für das Islam-Institut. 'Wir sind dankbar und stolz, nach zehn Jahren endlich angekommen zu sein.' Die 45.000 muslimischen Schüler in Niedersachsen warteten schon so lange auf ihren islamischen Religionsunterricht.
'Unser Anliegen ist es, die Universität Osnabrück auf dem Weg zu unterstützen, islamische Theologie und Religionspädagogik zu einem festen Teil ihres Lehrangebotes zu machen', fügte der Vorsitzende des DITIB-Landesverbandes Niedersachsen-Bremen, Yilmaz Kilic, hinzu.
dapd


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