«Das ist eine große Herausforderung für unsere noch junge Organisation», sagte Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf vor dem Abflug am zweiten Weihnachtstag in die Schweiz. In Davos trifft der deutsche Vizemeister am Dienstag auf die Kloten Flyers aus der Schweiz, die zum Auftakt eine derbe 2:9-Niederlage gegen Dinamo Riga kassierten. Der lettische Vorzeigeclub ist am Mittwoch zweiter und letzter Vorrundengegner.
Mindestens ein weiteres Spiel ist den Wolfsburgern, die überhaupt erst seit 2007 dauerhaft in der DEL spielen, danach noch garantiert. Und damit auch jede Menge Aufmerksamkeit. Die 85. Auflage des traditionsreichsten Vereinsturniers der Welt wird selbst im Eishockey-Mutterland Kanada im Fernsehen übertragen.
Sportlich haben die Wolfsburger sich durch die starke Vorsaison in der DEL für eine Einladung des Ausrichters HC Davos empfohlen. Letztendlich zu verdanken haben die VW-Städter den Trip ins mondäne Davos aber wohl ihrem Sponsor. Das Tochterunternehmen des in Wolfsburg ansässigen VW-Konzerns ist auch Co-Sponsor des Spengler Cups. «Auch für unseren Sponsor ist das eine große Geschichte», bekräftigte Fliegauf. «Vielleicht können wir auch für eine Überraschung sorgen.»
Auch wenn zahlreiche Spielerfrauen den Trip mitmachten in die Schweiz - eine Ausflugsreise soll die erstmalige Teilnahme allein wegen der Verpflichtung gegenüber dem Sponsor nicht sein. «Wichtig ist es auch, Deutschland gut zu präsentieren», sagte der Wolfsburger Manager. Im vergangenen Jahr war kein deutsches Team dabei. Mit drei Gastspielern im Kader, dem Franzosen Kevin Hecquefeuille, dem Finnen Ilkka Pikkarainen und dem Kanadier Mike Bishai, wollen die Grizzlys auch Silvester noch spielen. Dann steigt traditionell das Finale.
«Der Rückflug ist noch nicht gebucht», sagte Fliegauf. Die Silvesterparty würde aber so oder so nicht platzen. Selbst wenn Wolfsburg das Endspiel erreicht, wären die Spieler rechtzeitig zum Korkenknallen wieder in Deutschland. Sollte Wolfsburg tatsächlich der große Wurf gelingen und sich gegen den Gastgeber, Kloten, Riga, das Team Kanada und HC Vitkovice aus Tschechien durchsetzen, hätte sich der Ausflug allemal gelohnt. Wolfsburg stünde dann als Sieger in einer Reihe mit den wirklichen Traditionsteams aus Deutschland: dem Rekordmeister Berliner SC (1924, 1926, 1928), dem EV Füssen (1952 und 1964) und den Kölner Haien (1999).


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