Es genüge nicht, einige Kernkraftwerke abzuschalten und für die anderen ein Auslaufdatum zu beschließen. Damit beginne erst die eigentliche Arbeit. "Mein Eindruck ist, dass die Bundesregierung aus den Augen verloren hat, wie groß die Herausforderungen tatsächlich sind", sagte Vassiliadis.
Die Bundesregierung müsse endlich den Weg frei machen für die erforderlichen Investitionen. "Wer erwartet, dass viele Milliarden Euro in den Aufbau einer neuen Energieversorgung gesteckt werden, der muss auch die Bedingungen dafür schaffen", sagte er.
Notwendig seien verstärkte Anstrengungen beim Ausbau der Energienetze und beim Kraftwerksbau. Zur Stabilisierung des Versorgungssystems fordere die IG BCE die Schaffung eines gesicherten Energiesockels. "Wir brauchen einen doppelten Schutz vor Preis und Frequenz-Schwankungen im Netz, die wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind", so der Gewerkschaftschef. Alles andere sei fahrlässig.
In der Diskussion um die anstehende Neubesetzung an der Spitze der mächtigen Kohlestiftung RAG bekräftigte der IG BCE-Chef die Unterstützung der Gewerkschaft für den früheren Bundeswirtschaftsminister und späteren Chef des Spezialkonzerns Evonik, Werner Müller. Die nordrhein-westfälische CDU hatte sich gegen Müller ausgesprochen.
Der Vertrag des jetzigen Vorsitzenden, Wilhelm Bonse-Geuking, läuft im Juni 2012 aus. Die Entscheidung über den Vorsitz der Stiftung soll am 23. März bei einer Kuratoriumssitzung fallen. Die Stiftung soll bis 2018 ein Vermögen von über acht Milliarden Euro ansammeln, um von den Zinsen die dauerhaften Spätfolgen des deutschen Bergbaus zu finanzieren.


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