GEW will Gelder aus Generationenfonds für Lehrer-Vollzeit: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt trotz des Einlenkens der Staatsregierung im Streit um die Zwangsteilzeit der sächsischen Lehrer vor zu großer Euphorie. «Es gibt noch keinen Anlass zu Freudenfeiern», sagte GEW-Chefin Sabine Gerold am Mittwoch in Dresden. Zu viele Fragen würden nach dem Verzicht auf eine Zwangsteilzeit für Lehrer an Mittelschulen und Gymnasien offen bleiben - darunter auch die Finanzierung. Finanzminister Georg Unland (CDU) hatte am Dienstag lediglich verkündet, dass die zusätzlichen Mittel im Haushalt des Kultusministeriums zur Verfügung gestellt werden müssten.
Vergrößern GEW will Gelder aus Generationenfonds für Lehrer-Vollzeit | Bild: © ad-hoc-news

Gerold warnt davor, dass die Gelder zu Kürzungen in anderen Bildungsbereichen führen. Als Finanzierungsvorschlag zieht die GEW-Chefin den Generationenfonds für Beamte in Betracht. Daraus könnten die zusätzlichen Ausgaben gezahlt und eine solidarische Finanzierung ermöglicht werden.

Eine für den 20. Mai angekündigte Demonstration in Dresden sagte die GEW zusammen mit anderen Lehrerverbänden vorerst ab. Dazu gebe es im Moment keinen Anlass, sagte Gerold. Stattdessen habe die Staatsregierung eine mündliche Gesprächseinladung für die Zeit nach Pfingsten ausgesprochen. In diesem Treffen solle es dann um die Ausgestaltung der freiwilligen Teilzeit gehen.

Im monatelangen Streit um die Zwangsteilzeit für Lehrer an Mittelschulen und Gymnasien hatte die Staatsregierung Anfang der Woche überraschend auf ihre Forderung nach einer Fortführung der Teilzeitregelung verzichtet. Damit können Lehrkräfte nach dem Auslaufen des derzeit gültigen Bezirkstarifvertrages ab dem kommenden Schuljahr wieder in Vollzeit arbeiten. Sollte sich die Hälfte der 14 000 betroffenen Lehrer dazu entscheiden, entstünden bis 2012 Kosten in Höhe von 102,1 Millionen Euro.

ddp/wol/muc