Kritisch äußerte sich Balnis auch zum geplanten fünften Grundschuljahr. Die GEW halte zwar aus pädagogischen Gründen an ihrer «Vision für ein deutlich längeres gemeinsames Lernen» fest. Wenn es dabei aber, wie geplant, nur um ein einziges weiteres Grundschuljahr gehe, stelle sich die Frage, ob sich «der organisatorische und pädagogische Aufwand dafür im Vergleich zum pädagogischen Nutzen lohnt».

Schließlich kämen auf die Gemeinden damit auch «viele Probleme» zu, gab Balnis zu bedenken. Denn nach Schließung von einem Drittel aller Grundschulen im Land in der vergangenen Legislaturperiode hätten die Kommunen in den meisten Fällen inzwischen eine andere Nutzung für die Gebäude gefunden.

Überdies fürchtet der GEW-Chef, dass der Plan für ein fünftes Grundschuljahr «auch in der Regierungskoalition umstritten» ist. Balnis verwies darauf, dass sich bereits verschiedene Initiativen dagegen gebildet hätten, auch unter Beteiligung von CDU-Politikern.

Dagegen begrüßte der GEW-Chef die Abschaffung der verbindlichen Schullaufbahnempfehlung am Ende der Grundschulzeit als Erfüllung einer alten Forderung der Gewerkschaft. Hier habe die Regierungsbeteiligung der Grünen offenbar «einen Umdenkprozess bei CDU und FDP» bewirkt.

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