DJ XETRA-SCHLUSS/Kaum verändert - Umstufungen bewegen die Kurse FRANKFURT (Dow Jones) Kaum verändert ist der deutsche Aktienmarkt zum Wochenstart aus dem Handel gegangen. Der DAX gab einen Punkt auf 5.876 Zähler nach. Das Geschäft zeigte sich sehr ruhig. "Es gibt keine Nachrichten, keine Termine und keine besonderen US-Vorlagen", sagte ein Händler. Auch die Umsätze fielen deutlich niedriger als am Freitag aus: Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra nur rund 86,5 (Vortag: 111,2) Mio Aktien im Wert von rund 2,49 (Vortag: 3,09) Mrd EUR. Der Markt verdaue noch die starken Kursgewinne der vergangenen Woche dank der kurzfristigen Entspannung um Griechenland, hieß es im Handel. "Der Markt krabbelt ohne äußere Einflüsse nach oben, so etwas ist eigentlich ein gutes Zeichen", kommentierte ein weiterer Händler. Die Entspannung der Lage in Griechenland und das gesunkene Risikobewusstsein führe bei institutionellen Anlegern zu einer langsamen Erhöhung der Aktienquote. Dies drücke sich in den überwiegend langsam anziehenden Kursen aus. Bis zum Verfalltag an den Terminbörsen in rund zwei Wochen könne dies noch fortdauern. An Terminen stünden erst wieder am Freitag mit den US-Einzelhandelsumsätzen und dem Michigan-Index wichtige Konjunktur-Indikatoren an. In Deutschland wurden am Berichtstag lediglich die Daten zur Industrieproduktion im Januar veröffentlicht. Die Produktion im produzierenden Gewerbe Deutschlands war witterungsbedingt mit plus 0,6% nicht so stark wie die erwarteten 1% gestiegen. Dies wurde jedoch mehr als aufgewogen, da der schwache Dezemberwert von minus 2,6% auf nun minus 1% hochrevidiert wurde. Positiv vermerkten Marktteilnehmer, dass sich die Auftragseingänge stabilisierten. Technisch orientierte Analysten sehen einen Widerstand bei 5.900 Punkten. Sollte der DAX diese Hürde nehmen, wäre der Weg bis zum Jahreshoch bei 6.094 Punkten frei. Eine Unterstützung machen die Analysten bei 5.828 Punkten aus. Unter den Tagesgewinnern waren Metro mit 1,8% Aufschlag auf 40,81 EUR. Die Analysten von Morgan Stanley haben die Aktie auf "Equalweight" von zuvor "Underweight" hochgestuft. Auch Münchener Rück stiegen in einem positiven Branchenumfeld auf ein neues Jahreshoch. Die kurze Konsolidierung der vergangenen beiden Tage sei beendet, so ein Händler. Die Aktien des Rückversicherers gewannen 1,6% auf 117,80 EUR. Umschichtungen innerhalb der Autowerte sorgten für deutliche Unterschiede in der Kursentwicklung. Während die VW-Vorzüge um 1,9% auf 64,63 EUR stiegen, gaben BMW um 1,2% auf 31,99 EUR nach. Die Analysten der WestLB haben die Münchener auf "Reduzieren" von "Neutral" gesenkt. Sie befürchten zu hohe Markterwartungen an den Gewinnausweis des Autobauers in der kommenden Woche. Auf der Verliererseite des DAX standen K+S mit einem Minus von 1,7% auf 46,50 EUR ganz vorne. Händlern zufolge litten die Aktien unter Gewinnmitnahmen. Der Kurs habe sich mit der fortschreitenden Branchenkonsolidierung gut entwickelt. "Nun machen einige Anleger Kasse", so ein Händler. Die Nachrichtenlage war indes positiv: Die Analysten von Bank of America-Merrill Lynch haben das Kursziel von K+S auf 55 EUR von zuvor 50 EUR erhöht. Deutsche Post tendierten vor den Geschäftszahlen am Dienstag ebenfalls leichter und gaben 1,6% auf 12,80 EUR nach. "Einige Anleger verkaufen, auch weil die Aktie zuletzt gut gelaufen ist", so ein Händler. Sollte die Dividende enttäuschen, könnte der Kurs am Dienstag weiter unter Druck geraten, ergänzte er. Nach negativen Analystenkommentaren büßten Salzgitter 1,4% auf 67,10 EUR ein. J.P. Morgan hat die Aktie auf "Neutral" von "Overweight" herabgestuft. In der zweiten Reihe legten Praktiker um 2,6% auf 6,57 EUR zu, obwohl die Deutsche Bank das Kursziel auf 7,50 EUR von 11 EUR gesenkt hat. Damit liege aber auch das neue Kursziel noch deutlich über dem aktuellen Kurs, hieß es zur Begründung. Deutz setzten ihre Rally mit einem Sprung auf ein neues Jahreshoch fort. Technisch ist die Aktie damit aus einer fast einjährigen Seitwärtskonsolidierung ausgebrochen. "Das ist ein ziemlich starkes Zeichen", sagte ein Händler. Die Aktie sei bereits seit Ende Februar gefragt nach Unternehmensaussagen in der Presse über bessere Auftragseingänge, besonders aus dem Bausektor. Deutz sprangen um 7,6% auf 3,98 EUR. Auf der Verliererseite standen Wincor Nixdorf mit einem Minus von 2,8% auf 49,60 EUR. Finanzvorstand Jürgen Wunram ging in der "Börsenzeitung" (Samstagsausgabe) von einem zweistelligen Rückgang des operativen Gewinns für dieses Geschäftsjahr aus. DJG/mod/cln Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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