Gerresheimer zuversichtlich für 2012 - niedrigere Marge - Aktie brich: (Neu: Aussagen Pk, Details, Analysten, Aktienkurs)
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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Hersteller von Spezialverpackungen Gerresheimer rechnet nach einem robusten Geschäftsjahr (Ende November) vorübergehend mit einer etwas niedrigeren Marge. "2012 wollen wir weiter wachsen, vor allem mit Produkten zur sicheren und einfachen Verabreichung von Medikamenten", gab sich Konzernchef Uwe Röhrhoff am Mittwoch in Düsseldorf gleichwohl zuversichtlich. Trotz der bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten erwarte er insgesamt kein schwächeres Geschäft. Der Umsatz dürfte 2012 bei konstanten Wechselkursen um fünf bis sechs Prozent zulegen und die EBITDA-Marge auf rund 19,5 (2011: 19,9) Prozent leicht sinken. Diesen Rückgang hält er im Gegensatz zum Markt aber für "keine große Nummer". Für 2013 sei ein solides Umsatzwachstum und eine dann wieder steigende operative Marge zu erwarten. Die Aktien sackten an das MDax-Ende .

Die Schuldenkrise bremste die im Geschäft mit Pharmaverpackungen starke Gesellschaft 2011 nicht entscheidend aus. Auch in das neue Jahr sei Gerresheimer gut gestartet. "Wir sind zuversichtlich", sagte Röhrhoff. Die Nachfrage aus der Pharma- und auch aus der Kosmetikindustrie blieb 2011 robust. Auch die Schwellenländer sorgten für Rückenwind. "Im Geschäftsjahr 2011 haben wir bei Umsatz und Ergebnis starke Zuwächse verbucht", erklärte Röhrhoff. Der Umsatz legte um knapp sieben Prozent auf 1,095 Milliarden Euro zu. Auch das im März 2011 erworbene südamerikanische Unternehmen Vedat sorgte für Schub. Der Gewinn sprang auf 54,4 Millionen Euro und verbesserte sich damit doppelt so stark wie der Umsatz. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um gut sechs Prozent auf 217,3 Millionen Euro. Die operative Ertragsmarge lag mit 19,9 Prozent etwa auf Vorjahresniveau.

AUSBLICK ENTTÄUSCHT

Der Konzern erfüllte 2011 die selbst gesteckten Ziele; blieb aber etwas hinter den Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten zurück. "In 2011 haben wir unsere Ziele voll erreicht. Wir sind besser denn je aufgestellt und möchten unsere Aktionäre am Erfolg beteiligen", erklärte Röhrhoff. Die Dividende soll um zehn Cent auf 60 Cent je Aktie steigen.

Am Finanzmarkt war die Reaktion gleichwohl ausgesprochen negativ. Die Aktien büßten in einem etwas festeren Umfeld mehr als sieben Prozent auf 33,90 Euro ein und sackten an das Mdax-Ende. Die Kursgewinne im laufenden Jahr zehrte die Gesellschaft damit fast auf. Händler und Analysten zeigten sich etwas enttäuscht. DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger bemängelte das Margenziel. Dieses liege um rund einen Prozentpunkt unter der durchschnittlichen Markterwartung. Equinet-Experte Edouard Aubery zeigte sich ebenfalls enttäuscht. Gerresheimer gebe zum Jahresauftakt aber traditionell einen vorsichtigen Ausblick. Auch WestLB-Analyst Michael Gorny betrachtet das Zahlenwerk und den Ausblick insgesamt als leicht enttäuschend.

SCHUB DURCH VEDAT-KAUF

Im März 2011 hatte Gerresheimer das brasilianische Unternehmen Vedat übernommen und ist seitdem der führende Anbieter von pharmazeutischen Kunststoffverpackungen und Verschlüssen im schnell wachsenden südamerikanischen Markt. Röhrhoff will das Geschäft in den Schwellenländern weiter ausbauen. Dank der im Frühjahr 2011 vorzeitig umgesetzten Refinanzierung verfüge das Unternehmen über ausreichend Spielraum für weiteres Wachstum auch durch Zukäufe. Zudem wollen die Düsseldorfer im laufenden Jahr rund 100 Millionen Euro investieren. Gerresheimer sei für die kommenden Geschäftsjahre gut gerüstet.

Der Konzern stellt mit gut 10.000 Mitarbeitern unter anderem Insulin-Pens, Inhalatoren sowie Fläschchen, Ampullen und vorfüllbare Spritzen her. Darüber hinaus beliefern die Düsseldorfer auch die Kosmetikindustrie mit Verpackungen und produzieren Laborgläser.