Gericht verhandelt Postüberfall von 1992 in Geisa: Ein 44-jähriger Angeklagter hat zum Prozessauftakt die Beteiligung an dem Überfall auf das Postamt im südthüringischen Geisa vor 19 Jahren bestritten. Er habe weder etwas mit dem Überfall, noch mit der Flucht zu tun gehabt, sagte er am Mittwoch vor dem Landgericht Meiningen.
Vergrößern Gericht verhandelt Postüberfall von 1992 in Geisa | Bild: © dapd

Meiningen (dapd-lth).

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schwere räuberische Erpressung vor. Bei dem Überfall im Dezember 1992 hätten seine beiden Mittäter 10.000 Mark sowie Telefonkarten erbeutet. Anschließend sollen sie nach draußen gerannt sein, jedoch den heute 44-Jährigen, der das Fluchtauto fahren sollte, nicht angetroffen.

Der Angeklagte sagte, er sei nur zufällig und spontan in Geisa gewesen. An jenem Tag habe er ein Lamm für seine bevorstehende Hochzeit bei einem Arbeitskollegen kaufen wollen. Die beiden Mittäter, die ebenfalls Arbeitskollegen gewesen seien, habe er auf deren Wunsch mitgenommen. Sie hätten sich bei dem Kollegen umschauen wollen. Über einen Überfall sei nie gesprochen worden. Auch Waffen oder Masken habe er zu keinem Zeitpunkt gesehen.

Ferner bestritt er, seinen Arbeitskollegen nach einem geeigneten Objekt für einen Überfall befragt zu haben. Der 44-Jährige erklärte, dass er bei der Rückfahrt in Geisa gehalten habe, um ein Ärztehaus aufzusuchen sowie um Zigaretten zu kaufen. Als er zurückkehrte, sei alles schon passiert gewesen.

Aussagen der beiden anderen Männer sind seinen Angaben zufolge falsch. Diese hatten nach ihrer Festnahme gesagt, dass der 44-Jährige der Drahtzieher gewesen sei und ihnen gesagt habe, dass er nur fahren würde und sie den Überfall allein machen müssten. Als Motiv hatten die beiden anderen Geldnot angegeben.

Vor Gericht schilderte ein ehemaliger Postmitarbeiter die Tat. Demnach seien zwei maskierte Männer bewaffnet in den Morgenstunden in das Postamt gestürmt. Während einer eine Kundin mit einer Waffe bedroht habe, sei der andere über die Barriere hinter den Schalter gesprungen sei. Dort habe er gefordert, das gesamte Geld sowie Telefonkarten aus dem Tresor zu holen, sagte der 67-Jährige. Danach seien beide Täter geflüchtet

Nach der Festnahme der drei Männer ist einer von ihnen bereits 1995 zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 44 Jahre alte Angeklagte hatte sich vor Prozessbeginn aus Angst vor dem dritten Mann ins Ausland abgesetzt und war erst 2011 aufgrund eines internationalen Haftbefehls verhaftet worden. Der dritte Verdächtige ist noch immer auf der Flucht.

Der Prozess soll am 23. Februar fortgesetzt werden.

dapd