Tokio (apn). Begleitet von Dutzenden Gleichgesinnten sowie Polizisten übergab der Tierschützer Ric O'Barry die von 1,7 Millionen Menschen aus 155 Nationen unterzeichnete Petition einem Beamten am Tor der Botschaft. Eigentlich hatte der 70-Jährige die Eingabe der japanischen Fischereibehörde überreichen wollen, diesen Plan gab er aber aus Sicherheitsgründen auf.
Eine gewaltbereite ultranationalistische Gruppierung hatte ihn bedroht. Sie sieht in der Kritik an der Delfinjagd eine Verunglimpfung japanischen Traditionen. «Die Bucht» (The Cove) zeigt blutige Bilder von der Delfin-Jagd in Taiji, einem Dorf am Meer. O'Barry und seine Mitstreiter filmten das Schlachten heimlich. Der heute 70-Jährige war in den 60er Jahren Trainer des TV-Delfins «Flipper», inzwischen hat er sein Leben der Delfinrettung gewidmet und legt sich mit legalen und illegalen Aktionen mit einer Milliardenindustrie an.
Die japanische Regierung gestattet jährlich die Tötung von 20.000 Delfinen. Die Jagd begann in Taiji am Mittwoch, allerdings kehrten die Boote leer zurück. «Ich gebe die Hoffnung nicht auf», sagte O'Barry. «Unsere Stimme wird in Taji gehört.» Wegen der Drohung von Ultranationalisten verzichtete er aber auf eine Fahrt nach Taiji, wo er mit dem Bürgermeister sprechen wollte. Louie Psihoyos, der Regisseur von «Die Bucht», erklärte, er sei nicht dafür, blindlings an Traditionen festzuhalten. «In Amerika hatten wir eine viel ältere Tradition der Sklaverei, aber die wurde verboten», sagte er.
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