Ermittler fanden das Fahrzeug des Getöteten am Dienstag in einer Entfernung von rund 20 Kilometern an der brandenburgisch-sächsischen Grenze. Es wies Unfallspuren auf, wie die Staatsanwaltschaft Cottbus und das Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) am Abend mitteilten.
Der Beamte war den Angaben zufolge nicht im Dienst und trug keine Uniform. Hintergründe und mögliche Motive für die Tat sind bislang unklar. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Es läuft eine Großfahndung. Das zuständige Polizeipräsidium Frankfurt (Oder) hat eine Sonderkommission zur Aufklärung des Verbrechens eingesetzt.
Der Polizist hinterlässt seine Ehefrau und einen Sohn. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus wurde der getötete Polizist von seiner Ehefrau gefunden. Sie hatte nach ihm sehen wollen, weil er länger von zu Hause weggeblieben war als geplant. Die genaue Todesursache soll bei einer gerichtsmedizinischen Untersuchung der Leiche festgestellt werden.
Innenminister Rainer Speer (SPD) fuhr nach Lauchhammer, um sich dort über den Stand der Ermittlungen zu informieren. Der Minister betonte: «Meine Gedanken sind bei der Ehefrau und dem Sohn des getöteten Polizisten. Wir werden alles in unserer Kraft stehende tun, dieses Verbrechen so schnell wie möglich aufzuklären.»
«Bei der Großfahndung sind inklusive einer Sonderkommission 80 Beamte im Einsatz», sagte Polizeisprecherin Ania Gutschmidt. Der Leiter der Polizeiwache Lauchhammer, Gerd Seemann, schilderte, der Getötete sei ein Kollege mit viel Erfahrung gewesen. Er sei in der Stadt bekannt gewesen und habe schon rund 15 Jahre in einer Führungsposition bei der Polizei gearbeitet. Sein Tod sei ein Schock für die Kollegen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Auto des Polizisten in der Nähe von Ortrand gefunden. Die hintere Stoßstange, der vordere rechte Nebelscheinwerfer sowie das Glas des rechten Außenspiegels fehlten. Die Frontscheibe war im Bereich des Innenspiegels gerissen. Die Fahrertür war am Scharnier eingeknickt. Das Auto wird kriminaltechnisch untersucht.
Staatsanwaltschaft und Polizei bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung des Verbrechens. Die Ermittler fragen, wer am Montag zwischen 17.30 und 20.45 Uhr im Garagenkomplex am Friedenseck in Lauchhammer-Ost Personen oder eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen bemerkt hat. Auch sollen sich Zeugen melden, die den Wagen des Opfers in Lauchhammer oder auf dem Weg zur sächsisch-brandenburgischen Grenze gesehen haben. Der dunkel-silbergraue Opel Vectra hat das amtliche Kennzeichen OSL-B 154. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.
Lauchammer (ddp-lbg)


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