Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover etwa gewährt ihren Bediensteten im Neuen Rathaus am Freitagmittag (18. Juni) eine WM-Auszeit. Wegen des frühen Anpfiffs der deutschen Partie gegen Serbien werde es «geduldet», wenn sich die Mitarbeiter das Spiel während der Arbeitszeit auf der Leinwand im Rathaus-Restaurant oder auf den Dienst-Computern anschauten, sagte eine Sprecherin. Es sei aber darauf zu achten, dass anfallende Arbeit zuerst erledigt werde.
Ganz anders in Kiel: «Der Dienstbetrieb darf nicht betroffen sein», sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. In Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt gebe es keine individuelle Regelung für die deutschen WM-Spiele. Grundsätzlich hätten die Mitarbeiter aber flexible Arbeitszeiten und könnten sich untereinander entsprechend absprechen. Im Rathaus gebe es aber weder eine Leinwand, noch dürften die Mitarbeiter die Stadt-Computer für Livestreaming der WM-Spiele nutzen.
In Hamburg haben die Angestellten des Versandhändlers Otto Group mehr Glück. So sollen wichtige Spiele im firmeneigenen Veranstaltungszentrum auf einer Großleinwand übertragen und ein Tippspiel im Intranet organisiert werden, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. «Da wir Gleitzeit haben, wird es außerdem den meisten Mitarbeitern auch möglich sein, die Spiele von zu Hause zu verfolgen», sagte die Sprecherin.
Keine besonderen Aktionen zur WM seien hingegen bei der Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss geplant, teilte eine Sprecherin mit. Bei Airbus Deutschland sei zwar ebenfalls nichts geplant, doch werde über spontan organisierte Aktionen nachgedacht, sollte das deutsche Team im Turnier weit kommen, sagte eine Unternehmenssprecherin.
Das Bremer Brauereiunternehmen Inbev Deutschland will seinen Mitarbeitern das Mitfiebern mit der deutschen Mannschaft gleich von Beginn an grundsätzlich ermöglichen. Sowohl im Verwaltungsgebäude als auch in zwei Kantinen der Brauerei Beck GmbH & Co. KG an der Weser werden Leinwände installiert. Wer ein Spiel sehen möchte, müsse dies aber vorher mit seinem Vorgesetzten klären, sagte Inbev-Sprecher Henrik Oliver von Oehsen. Auf Bier muss beim WM-Gucken allerdings verzichtet werden. «Während der Schicht wird kein Alkohol getrunken», sagte Oehsen. Sollte Deutschland ein Spiel gewinnen, müsse das Anstoßen auf den Feierabend verschoben werden.
Im Bremer Mercedes-Werk müssen sich die Mitarbeiter dagegen Urlaub nehmen oder ihre Schicht so legen, dass sie zu Hause die WM schauen können. Aus Gründen der Arbeitssicherheit sei es nicht möglich, während der Arbeit die WM zu verfolgen, sagte Unternehmenssprecher Arnd Minne.
Für die Autobauer von VW in Wolfsburg sind «zentral keine Möglichkeiten» für das Verfolgen des WM-Spiels am kommenden Freitag vorgesehen. Je nach aktueller Produktionslage könnten die einzelnen Werke aber «individuell darüber entscheiden», ob sie ihren Angestellten eine WM-Auszeit genehmigen, sagte ein Unternehmenssprecher in Hannover.
(Quellen: alle auf Anfrage)
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