Köln (ots) - "Animal Hoarding" ist die englische Bezeichnung für das krankhafte Sammeln von Tieren. Ein Phänomen, das auch in Deutschland seit einigen Jahren bekannt ist - die Betroffenen sind vor allem Frauen über 50. Aus Angst vor der sozialen Isolation legen sie sich immer mehr Tiere zu, ohne sie angemessen versorgen zu können. Ein Kontrollverlust von Menschen, den die Tiere nicht selten mit ihrem Leben bezahlen. In der Samstags-Dokumentation "Tiermessies - Wenn Tierliebe außer Kontrolle gerät" (3.9. 22:10 Uhr) zeigt SPIEGEL TV verschiedene Fälle von "Animal Hoarding" und begleitet Tierschützer bei der Rettung der gequälten Tiere.
Als Moderatorin Sonja Zietlow 2009 einen Gutshof in der Vulkaneifel kaufte, wollte sie damit Gutes tun. Aus dem großzügigen Gebäude sollte eine Begegnungsstätte für Hunde werden - geführt von der vermeintlichen Hundeexpertin Gesa. "Sie hat mir gesagt, dass sie Border Collies rettet. Ich habe gesehen, wie herzlich und gut sie mit diesen Border Collies umgegangen ist. Und ich habe nichtmal ansatzweise geglaubt, dass diese Frau mich in diesem Moment belügt, betrügt und benutzt", so die Moderatorin. Doch ein Jahr später kommen Gerüchte auf, dass Gesa die Hunde quält und mit ihnen in erschreckenden Verhältnissen lebt. Sonja Zietlow schickt sofort einen Freund zu dem Gehöft, der den erschütternden Beweis per Video liefert: Das ganze Haus ist voller Kot und Urin, es stinkt grauenvoll. Türen und Fenster sind angefressen und voller Kratzspuren. Auch Sonja Zietlows guter Freund und Tierpsychologe Martin Rütter ist entsetzt: "Für einen Hund ist diese Lebensform und dieses Zusammenleben mit Sicherheit schlimmer als geschlagen zu werden."
In Berlin lebt Frank Uwe in einer kleinen Wohnung - mit 122 Kaninchen. Da er eine eigene Homepage hat und dort auch Kaninchen zum Verkauf anbietet, wird Tierschützerin Ursula auf ihn aufmerksam. Unter dem Vorwand, auch ein Kaninchen kaufen zu wollen, besucht sie Frank Uwe in seiner Wohnung und trifft dort auf schreckliche Zustände: "Viele, viele Tiere auf dem Balkon in diesen kleinen Käfigen", so die Diplom-Biologin. Sofort schaltet sie das Veterinäramt ein, das die Kaninchen aus der Wohnung holt. Der "Animal Hoarder" zeigt sich erleichtert. Die Arbeitslosigkeit habe ihn in diese Situation gebracht. "Ich bin in ein ganz tiefes Loch gefallen und habe keinen Sinn mehr im Leben gesehen. Ich bin ein Mensch: Ich brauche eine Arbeit und eine Aufgabe", lautet sein Erklärungsversuch. Diese Aufgabe fand er dann in den Kaninchen: "Für mich waren die Tiere mein Leben."
Auf einen weiteren schweren Fall trifft Tierschützerin Ursula in Risa in Sachsen. Hier rettet sie 16 lebende Katzen aus der Wohnung einer pflegebedürftigen Frau. Für ein Tier kommt die Hilfe zu spät. In manchen Ecken türmt sich der Kot hier kniehoch. "Also wenn jemand so lebt, wie wir das jetzt hier vorgefunden haben, ist es nicht erstaunlich, dass er auch die Kontrolle über die Tierhaltung verliert. Hier ist augenscheinlich das ganze Leben aus dem Ruder geraten", so Ursula. Auch der Pflegedienst, der die Frau täglich besuchte, unternahm nichts. Für die Tierschützerin absolut erschreckend: "Ich bin fassungslos, dass das so lange geduldet wird." Die Samstags-Dokumentation "Tiermessies - Wenn Tierliebe außer Kontrolle gerät" am 3. September um 22:10 Uhr bei VOX
Weitere Informationen zur Samstags-Dokumentation finden Sie im VOXC-Pressezentrum unter http://kommunikation.vox.de!
Originaltext: VOX Television GmbH Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6952 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6952.rss2
Pressekontakt: Rückfragen: VOX Kommunikation und Presse, Julia Kikillis, Tel.: 0221/456 - 81505 Bei Fotowünschen: VOX Bildredaktion, Lotte Lilholt, Tel.: 0221/456 - 81512


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