Es geht um den Libor und den Tibor. An ihnen orientieren sich etwa Zinssätze für Autokredite oder Firmenanleihen. Werden sie manipuliert, hat das weltweite Auswirkungen. Zur Berechnung des der beiden Referenzzinssätze melden die Banken jeden Morgen nach London beziehungsweise Tokio, was sie selbst zahlen müssen, um sich Geld zu leihen. Daraus wird dann ein Schnitt gebildet. Hier sollen die Banken manipuliert haben: Die Ermittler hegen den Verdacht, dass einige Institute sich abgesprochen haben und die Zinssätze zu ihren Gunsten verändert haben.
Laut "FT" haben die Behörden ihre Ermittlungen inzwischen ausgeweitet. Im Visier seien neben den Banken nun auch Hedgefonds und Zwischenhändler. Hedgefonds etwa platzieren hohe Wetten auf die Veränderungen der Zinsraten. Die Frage ist, ob Händler Insiderinformationen hatten, in welche Richtung sich die Sätze verändern.
Der weltgrößte Wertpapier- und Derivatemakler Icap entließ laut Zeitung bereits einen Mitarbeiter und suspendierte zwei weitere in den vergangenen sechs Wochen. Auch bei JPMorgan , Royal Bank of Scotland (RBS) und Citigroup sollen schon personelle Konsequenzen gezogen worden sein. Die Ermittlungen richten sich gegen praktische fast alle großen Banken, dazu zählt auch die Deutsche Bank .


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