Im Mittelpunkt der Ausstellungseröffnung steht das Stück «Novembermorje» des Kölner Liedermachers Wolfgang Niedecken, der dies seinem langjährigen Freund Buthe gewidmet hatte.
Bei vielen von ihm komponierten Stücken habe er Buthe «im Hinterkopf gehabt», sagte Niedecken, der Sänger und Kopf der Kölner Mundartgruppe BAP. Die Werke von Buthe seien ein wichtiger Beitrag zur «künstlerischen Globalisierung». Kornhoff ergänzte, die Arbeiten Buthes zeigten eine «einmalige Reduzierung von Farben und Formen». Sie passten hervorragende in die lichtdurchfluteten Räume des Museums im historischen Bahnhof Rolandseck.
Gezeigt werden in der Werkschau rund 60 Zeichnungen, Collagen und Objekte aus den 60er und 70er Jahren. Die Arbeiten stammen ausschließlich aus Privatbesitz und werden zum Teil erstmals öffentlich zu sehen sein.
Niedecken berichtete, er habe sich schon während seines Kunststudiums in den Jahren 1970 bis 1976 mit den Arbeiten Buthes beschäftigt. Näher kennengelernt habe er den Wahl-Kölner Buthe, der vorzugsweise die Sommermonate in Niedeckens Heimatstadt verbrachte, Anfang der 80er Jahre. Damals habe man sich gemeinsam für das Projekt «Das Haus der drei Welten» von Dietmar Schönherr engagiert.
Niedecken spielte dann nach eigenen Angaben bei einer Ausstellungseröffnung von Buthe im Kunstverein in Stuttgart einige Lieder und forderte als Gage ein Bild des Künstlers, welches dann für den guten Zweck versteigert wurde. Fortan habe ihn mit Buthe bis zu dessen Tod im Jahr 1994 eine enge Freundschaft verbunden.
«Jeder, der Kunst studiert, hat seine Helden», sagte der BAP-Sänger. Für ihn sei Buthe ein «Muezzin der Fantasie». Ihn fasziniere, wie in den Arbeiten von Buthe die Unterscheidung von Orient und Okzident aufgehoben werde. In seinen Bildern spiegele sich die «Utopie der Versöhnung» wider. Durch ihre «märchenhafte Inszenierung und Stilisierung» werde in den Bildern ein eigener Kosmos erschaffen.
Das Lied, das er Buthe widmet, schrieb der Musiker, als er an einem Novembermorgen vom Tod des damals 50-jährigen Freundes erfuhr. «Er ist an einer Überdosis Lebensfreude gestorben», sagte Niedecken.
Die Ausstellung ist bis zum 29. November jeweils dienstags bis sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Remagem-Rolandseck (ddp-rps)


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