Fresenius macht Milliardendeal in USA
07.07.2008 | 17:17 UhrBad Homburg (ddp-hes). Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius kauft den nordamerikanischen Generikahersteller APP Pharmaceuticals und steigt damit in den US-Pharmamarkt ein. Die auf medizinische Ernährung und Infusionstherapie spezialisierte Tochter des im MDAX notierten Konzerns, Fresenius Kabi, übernimmt APP für 3,7 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro), wie Fresenius am Montag mitteilte. Das US-Unternehmen stellt Medikamente mit Wirkstoffen her, deren Patentschutz ausgelaufen ist, sogenannte Generika.
Die Fresenius-Aktie geriet am Montag unter Verkaufsdruck und verlor knapp neun Prozent. Als möglichen Grund für die Kursverluste werteten Beobachter unter anderem, dass eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung wahrscheinlich sei. Fresenius plant, die Übernahme durch einen Mix aus Eigen- und Fremdkapital zu finanzieren. Fresenius-Chef Ulf Schneider sagte, zur Finanzierung werde vor allem Fremdkapital eingesetzt werden. Die führenden Banken hätten ihre Zusagen bereits gegeben.
Ziel sei es, den Finanzierungsmix so zu wählen, dass einerseits mögliche Auswirkungen auf das Fresenius-Rating minimiert und andererseits eine «übertriebene Verwässerung» der Anteile der Aktionäre verhindert werden. Konkretere Details zur Finanzierung wird Fresenius nach Aussage von Schneider erst in den kommenden Tagen bekanntgeben. Fresenius-Finanzvorstand Stephan Sturm sagte, dass grundsätzlich eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung geplant sei.
Durch die Übernahme von APP werde die Profitabilität von Fresenius Kabi steigen, sagte Schneider. Die Übernahme sei eine wichtige strategische Entscheidung. APP sei nicht nur eine perfekte Ergänzung zu Fresenius, sondern verfüge zudem über eine sehr gute Pipeline von Zulassungsanträgen. Da von 2008 bis 2015 außerdem insgesamt 99 Arzneipatente ausliefen, ergebe sich aus der Übernahme ein hohes organisches Wachstumspotenzial, sagte Schneider. APP biete Fresenius Kabi damit die seit langem angestrebte Plattform in Nordamerika und attraktive Wachstumschancen für die bestehende Produktpalette.
APP ist auf Generika für den Einsatz im Krankenhaus spezialisiert und in den USA und Kanada aktiv. Das Unternehmen beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter. 2007 erzielte APP einen Umsatz von 647 Millionen Dollar.
(ddp)
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Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius kauft den nordamerikanischen Generikahersteller APP Pharmaceuticals und steigt damit in den US-Pharmamarkt ein. Die auf medizinische Ernährung und Infusionstherapie spezialisierte Tochter des im MDAX notierten Konzerns, Fresenius Kabi, übernimmt APP für 3,7 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro), wie Fresenius am Montag mitteilte.
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