München (ddp-bay). Die bayerische Staatsregierung und die evangelische Landeskirche wollen sich gemeinsam für eine höhere Organspendebereitschaft einsetzen. «Wie wollen erreichen, dass mehr Menschen sich zu einer Organspende bereit erklären», sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch in München nach einem Gespräch mit dem bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich und weiteren Spitzenrepräsentanten der evangelischen Kirche in Bayern.
«80 Prozent der Menschen sind theoretisch zu einer Organspende bereit, aber in der Praxis ist es dennoch schwierig, Organe zu bekommen», sagte Seehofer. Man wolle aber vermeiden, den Menschen ein «schlechtes Gewissen» zu machen. Vielmehr sei geplant, die Bevölkerung besser aufzuklären und zu informieren, sagte der Ministerpräsident.
Anfang März hatte die Deutsche Stiftung Organspenden in Bayern gemeldet, dass die Zahl der Organspenden in Bayern 2008 deutlich zurückgegangen sei. Im Freistaat wurden im vergangenen Jahr nur 182 Organspenden vorgenommen, was einen Rückgang von fast 19 Prozent bedeutet.
Auch bezüglich der umstrittenen Spätabtreibungen habe «weitgehende Übereinstimmung» zwischen Kirche und Staatsregierung geherrscht. Frauen, die von einer Behinderung ihres ungeborenen Kindes erführen, sollten mindestens drei Tage Bedenkzeit vor einem Schwangerschaftsabbruch einhalten, forderten sowohl Landesbischof Friedrich als auch Seehofer und der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Einzige Differenz bei diesem Thema war den Angaben zufolge ein verpflichtender Beratungstermin für Schwangere vor dem Spätabbruch. Während Seehofer sich wie Friedrich für eine gesetzliche Verankerung der Beratung aussprachen, äußerte Zeil Zweifel an der Durchsetzbarkeit.
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