Erfurt/Rudolstadt (dapd-lth). Wenn es bis März keine verlässlichen Rückmeldungen gebe, müssten viele Spielstätten ihr Angebot deutlich zurückfahren oder ganz schließen.
So könnte etwa im Theater am Markt in Eisenach im September der Vorhang zum letzten Mal in diesem Jahr fallen. 2012 sei die Bundesförderung für das Haus weggefallen und habe ein Loch von 13.000 Euro in den Etat gerissen, sagte der Leiter des Theaters am Markt, Timo Bamberger. Ob die Zuschüsse des Landes auf dem Vorjahresniveau bleiben werden, sei ungewiss. Viele Theater seien bereits jetzt weitgehend handlungsunfähig, einige hielten sich nur durch ihre Reserven über Wasser.
Budgets durch Bewirtschaftungsreserve bedroht
Bauchschmerzen bereitet den Theatern zudem die von Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) verordnete Bewirtschaftungsreserve, derzufolge die Ministerien 20 Prozent ihrer geplanten freiwilligen Ausgaben zurückhalten müssen. Im Mai soll mit Blick auf die Steuerschätzung der Vorbehalt überprüft werden. 'Eine Entscheidung im Mai käme aber ohnehin viel zu spät, eigentlich müssten die meisten Projekte ja dann schon laufen', sagte Baier.
Doch hinter den Kulissen deutet sich eine Lösung an. Selbst wenn die Mittel einbehalten würden, könnten die Freien Theater dann mit einem blauen Auge davon kommen. Im Gespräch ist ein Ausgleich, der fehlende Mittel auffangen könne. Die Gelder könnten von einem Projekt umgeleitet werden, mit dem die Einstellung von Technikern an den Theatern finanziert werden sollte. 'Auch das wäre eine Notlösung - in jedem Fall leiden die Aufführungen auf die eine oder andere Weise', sagte der Sprecher des Kultusministeriums, Gerd Schwinger.
Während das Kultusministerium Voß einmal mehr einen 'unangekündigten Alleingang' bei der Bewirtschaftungsreserve vorwirft, weist das Finanzministerium die Kritik unter Verweis auf die Sparzwänge zurück.
Frage nach Wert der Szene muss grundsätzlich geklärt werden
'Wenn wir diese 20 Prozent verlieren, können wir die meisten Theater einstampfen', sagte Bamberger. 'Im Prinzip geht es aber vor allem darum, dass wir neben einer besseren Finanzierung wenigstens Planungssicherheit erreichen'. Bislang gelte die Förderung für jeweils ein Jahr - plus der Zeitspanne, die Kommunen, Länder und Bund für die Haushaltsplanung braucht.
'Im Prinzip wissen wir also erst Ende März, ob es uns seit Jahresbeginn überhaupt noch gibt', sagte Bamberger. 'Eine Grundsolidität muss schon da sein.' Unter solchen Voraussetzungen sei ein vernünftiger Betrieb nicht möglich.
Grundsätzlich müsse aber die Frage gestellt werden, welchen Wert die Freien Theater hätten. 'Innovationen, Impulse, Bürgerengagement: Das alles leisten die Freien besser als die großen Theater.' In der Theaterfinanzierung müssten dringend neue Ideen entwickelt werden. Vor allem, was die Verantwortung der Kommunen angehe: 'Die Städte sollten dringend bekennen, wie viel ihnen unsere Arbeit wert ist', sagte Bamberger.
dapd


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