Erfurt (dapd-lth).
Frauenhäuser dienen als anonyme Zufluchtsstätten, in denen Frauen über einen längeren Zeitraum unterkommen können, ohne dass ihr Aufenthaltsort bekannt ist. Darüber hinaus bieten sie ambulante Beratungsangebote und eine Hotline rund um die Uhr an. Gerade das Notruftelefon sei enorm wichtig, sagte Bauer. 'Häusliche Gewalt kennt keine Bürozeiten.'
In den meisten Fällen sind die betroffenen Frauen Opfer von Gewalt in ihrer eigenen Wohnung geworden. Manchmal würden sich auch Frauen an sie wenden, die aus der Zwangsprostitution aussteigen wollten, aber das sei eher die Ausnahme, sagte Bauer. Da die meisten Frauen zwischen 25 und 45 Jahren alt sind, bringen sie in vielen Fällen Kinder mit in die soziale Einrichtung.
Gemeinsam mit den Frauen suchen die Betreuerinnen nach einer neuen Wohnsituation, wenn sie nicht mehr zurück wollen oder können. 'Es gibt auch hochgefährliche Situationen', sagte Bauer. Besonders schlimm seien Ehrenmord-Drohungen. In solchen Fällen werde dann mit anderen Häusern deutschlandweit zusammengearbeitet. So könnten die betroffenen Frauen weiter weg ziehen, um dort ein neues Leben zu beginnen.
Die Notrufnummern, die in Zeitungen zu finden sind, bieten einen Weg Kontakt aufzunehmen. Darüber hinaus können sich Hilfesuchende an sogenannte Frauenzentren wenden. Alle Zentren gewährleisten eine Erstberatung und, bei Bedarf, die Weitervermittlung zu Fachdiensten beziehungsweise in Frauenhäuser.
Die größte Sorge für die Zukunft bereitet den Thüringer Frauenhäusern die Finanzierung. Die von Wirtschaftsminister Wolfgang Voß (CDU) geplante 'Bewirtschaftungsreserve' könnte, so vermuten sie, die Einrichtungen treffen. Durch die Reserve werden nur 80 Prozent der frei verfügbaren Haushaltsmittel an die Ministerien weitergereicht. Davon ist unter anderem das Sozialministerium betroffen, dass die soziale Einrichtung der Frauenhäuser finanziell unterstützt.
dapd


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