DJ Fraport geht bei Flughafen-Auktion in Brasilien leer aus (Wiederholung) SAO PAULO (Dow Jones) Der Flughafenbetreiber Fraport ist am Montag bei der Auktion um den Betrieb des brasilianischen Flughafens Guarulhos in Sao Paulo der Konkurrenz unterlegen. Das Angebot der Frankfurter und ihres Partners EcoRodovias lag mit 12,9 Milliarden brasilianischen Real (rund 5,7 Milliarden Euro) rund ein Viertel unter dem Gebot des Siegerkonsortiums um den brasilianischen Mischkonzern Invepar und den südafrikanischen Flughafenbetreiber Airports Company South Africa. Guarulhos gilt als einer der wachstumsstärksten Flughafen in Südamerika. Sein hohes Passagieraufkommen sichert den künftigen Betreibern hohe Mittelzuflüsse und ermöglicht ihnen so, die hohen Investitionen zum Ausbau leichter zu schultern. Hinter Invepar stehen mehrere Bauunternehmen sowie einige der größten brasilianischen Pensionsfonds. Neben Guarulhos versteigerte die brasilianische Regierung Lizenzen für den Betrieb der Flughäfen in Campinas und der Hauptstadt Brasilia. Bei der Auktion nahm sie insgesamt 24,5 Milliarden Real ein. Das ist mehr als das Vierfache des von der Regierung angesetzten Mindestpreises. Mit der Lizenzvergabe zum Ausbau und dem Betrieb der drei Großflughäfen Flughäfen will Brasilien den Besucheransturm während der Fußballweltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016 bewältigen. Schon jetzt ächzen die Flughäfen des Landes unter dem starken Wachstum der lateinamerikanischen Wirtschaftsmacht. Im vergangenen Jahr wuchs die Anzahl der Flugreisenden um 16 Prozent auf rund 180 Millionen. Während der Ferienzeit plagen die Brasilianer derzeit zahlreiche Verspätungen. Luftchaos ist zu einem geflügelten Wort in Brasilien geworden. Mit der Vergabe von Betreiberlizenzen zum Ausbau ihrer Airports versucht die Regierung dieses Chaos nun zu beseitigen und diese rechtzeitig vor den beiden sportlichen Großereignissen auszubauen. Momentan werden die strapazierten brasilianischen Flughäfen von dem Staatsunternehmen Infraero betrieben. Die ausgedehnte Bürokratie lähmte jedoch bisher den Ausbau der Flughäfen. Privatunternehmen sollen das nun ändern. Allerdings will die Regierung um die Staatspräsidentin Rousseff die Flughäfen nicht endgültig privatisieren. Privaten Flughafenbetreibern werden lediglich langjährige Lizenzen erteilt. Bei der Finanzierung des Flughafenausbaus wird der Staat jedoch vermutlich weiter eine entscheidende Rolle spielen. Über seine Entwicklungsbank BNDES bietet Brasilien den künftigen Betreibern an, rund vier Fünftel der Flughafenausbaus mit stark vergünstigten Zinsen zu finanzieren. Die Lizenz für Brasilia, dem kleinsten der drei Flughäfen, ging für 4,4 Milliarden Real an die brasilianische Baugruppe Engevix und die argentinische Corporacion America. Das erfolgreiche Gebot lag bei dem Siebenfachen des Startpreises. Die Transportgruppe Triunfo Participacoes erhielt für 3,8 Milliarden Real den Zuschlag für den Flughafen Viracopos in Campinas. Dieser dürfte sich zum größten Airport des Landes entwickeln, gleichzeitig sind dort mit geschätzten 8,7 Milliarden Real die höchsten Investitionen notwendig. Triunfo hatte sich mit dem Bauunternehmen UTC Participacoes und der französischen Egis Airport Operation verbündet. -Von Paulo Winterstein, Dow Jones Newswires; +49 69 - 29725-110; unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/hhb/smh (END) Dow Jones Newswires February 07, 2012 03:33 ET (08:33 GMT) Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
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