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"FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 19 Oktober 2016 Auf die Richtungslosigkeit an den Aktienmärkten reagieren ..."

Börse Frankfurt-News: An der Seitenlinie
Bild: © Fotolia.com / Romanchuck
Börse Frankfurt-News: An der Seitenlinie
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 19. Oktober 2016. Auf die Richtungslosigkeit an den Aktienmärkten reagieren Fondsanleger mit Zurückhaltung. Gefragt sind defensivere Mischfonds und international engagierte Aktienfonds.

Seit Wochen vielerorts auf der Stelle tretende Börsen dämpfen Händlern zufolge das Geschäft mit aktiv verwalteten Fonds. "Die Handelsspanne der großen Aktienmärkte bewegt sich so gut wie gar nicht", bemerkt Jan Duisberg von der ICF Bank. Dadurch sei der Anreiz für Anleger aktiv zu werden relativ gering.

Das sieht Andreas Kehnen ähnlich. "Es fehlen die Impulse", urteilt der Händler der Baader Bank. Für einen Einstieg notierten Aktien für viele Anleger auf zu hohem Niveau, für einen Ausstieg seien die Kurse allerdings oft nicht attraktiv genug. So verharrten Investoren lieber in der Warteschleife.

Risiken breiter streuen

Die vergleichsweise größten Bewegungen macht Kehnen im Handel mit international aufgestellten Publikumsfonds aus und begründet das Interesse mit der üblicherweise größeren Diversifikation in dem Segment. Anleger legten sich beispielsweise in Summe den in britischen Pfund geführten Newton Global Income Fund (WKN A0NDX3) ins Depot, dessen Management weltweit auf Unternehmen jeder Größe mit Aussicht auf überdurchschnittliche Dividenden und Wachstumsziele. Seit Jahresbeginn kommt der Fonds auf Sterling-Basis immerhin auf einen Anstieg von gut 27 Prozent. Euro-Anleger, die vor der Pfund-Schwäche dabei waren, müssen sich allerdings mit 4,5 Prozent zufrieden geben. Unterm Strich gesucht sei auch der Siemens Global Growth (WKN 977265), der überwiegend in junge, innovative Zukunftsunternehmen in den Wachstumsmärkten Europa, Nordamerika und Japan investiert. Auf wenig Gegenliebe gestoßen sei der währungsgesicherte Nordea Global Stable Equity Fund (WKN A0LGS7), der überwiegend aus den Depots raus gekommen sei.

Die Mischung macht's

Auf der Suche nach Ertrag im Niedrigzinsumfeld vertrauen Fondsanleger Duisberg zufolge tendenziell auf gemischte Portfolios. Auf den Spitzenplätzen der ICF-Bestenliste der vergangenen vier Wochen liege etwa der Nordea Stable Return Fund (WKN A0J3XL), der unter anderem in Aktien und festverzinsliche Wertpapiere investiert, inklusive High-Yield-Produkte aus Schwellenländern. Beliebt und in Summe gekauft worden sei zudem der klassische Floßbach von Storch Multiple Opportunuties (WKN A0M430).

Körbe mit deutschen Aktien selektiv gesucht

Portfolios mit europäischen und deutschen Werten fristen Kehnen zufolge gegenwärtig eher ein Schattendasein. Auf niedrigem Niveau vertrauten Anleger unterm Strich auf den MainFirst Germany Fund (WKN A0RAJN) und den DWS Aktienstrategie Deutschland (WKN 976986). Letzterer setzt vorwiegend auf hiesige Standardwerte sowie wachstumsstarke mittlere und kleinere Unternehmen. "Die Fondsgesellschaft gibt keine Anteile mehr aus, der Wert kann aber über die Börse gekauft werden", informiert Kehnen.

Kaum Augen für China

In Zurückhaltung übten sich Fondsinvestoren auch mit Blick auf China. "Die Wachstumsstory im Reich der Mitte bröckelt seit geraumer Zeit", erläutert Kehnen. Überschaubare Nachfrage registriert die Baader Bank für den Fidelity Funds China Focus Fund (WKN A0M94A) mit Fokus auf chinesische Unternehmen, die in China und Hongkong notiert sind. "Hier überwiegen die Käufe." Vom Templeton China Fund Class (WKN A0KECU) trennten sich Anleger mehrheitlich.

Immobilien bleiben beliebt

Im Bereich Immobilienfonds ist Duisberg zufolge wie gewohnt einiges los. Zu den häufig gehandelten und überwiegend gekauften Produkten gehöre der KanAm grundinvest (WKN 679180), der sich in der Abwicklung befindet. Der Händler sieht einen Zusammenhang mit der angekündigten Ausschüttung in Höhe von zehn Euro pro Anteilsschein im vierten Quartal. "Ob der Fonds zum Jahresende ganz aufgelöst wird, ist noch offen."

Biotech -Branche vor Trendwende?

Der gewohnt schwankungsintensive Biotechnologie-Sektor hat auf Monatssicht gemessen am Nasdaq Biotechnology Index knapp 10 Prozent verloren. Entsprechend trennten sich Anleger zumeist von entsprechenden Investments, wie Duisberg registriert. Auf den Abgabelisten ganz oben stünde der Credit Suisse Biotech Inovators Equity Fund (WKN 762220). Für Anleger mit entsprechender Risikofreude könnte der Zeitpunkt für ein Engagements näherrücken. Analysten stellen aufgrund bevorstehende Einführungen von Produkten eine neue Aufschwung-Phase für die Industrie in Aussicht. Viele Medikamente befänden derzeit in der der so genannten klinischen Phase III und stünden somit kurz vor der Zulassung.

von: Iris Merker

19. Oktober 2016, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)













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