Frage - Optionen bei Asse-Schließung bergen offenbar große Risiken: Das BfS prüft und vergleicht zurzeit die in Frage kommenden Schließungsvarianten Alle drei derzeit geprüften Optionen für die Schließung des Atommülllagers Asse bergen nach Ansicht der Asse-II-Begleitgruppe große Risiken. Eine Umlagerung oder Bergung der radioaktiven Abfälle könne die Beschäftigten erheblichen gesundheitlichen Gefahren aussetzen, sagte der Wolfenbütteler Landrat Jörg Röhmann am Montag nach einer Klausurtagung der Begleitgruppe.
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Gleichzeitig zeichne sich ab, dass die dritte Variante Vollverfüllung nur als Notfalllösung in Frage komme. Durch den fehlenden und von vielen Menschen bezweifelten Nachweis der Langzeitsicherheit scheine die Verfüllung als reguläre Schließungsoption an Boden zu verlieren.

Wie ein Experte des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) bei der Klausur berichtet habe, gebe es bei einer möglichen Umlagerung noch offene Fragen. So müssten erst Bohrungen zeigen, ob eine neue Lagerstätte in 1200 Meter Tiefe trocken sei. «Völlig unklar» sei auch der Zustand des eingelagerten Atommülls, sagte Röhmann. «Niemand weiß, ob die Atomfässer beim Öffnen der Kammern mit ferngesteuerten Maschinen gegriffen werden können oder dabei schon zerbröseln.»

Nach Ansicht der BfS-Fachleute entstehe «im besten Fall» bei den Arbeiten eine kollektive Strahlendosis von einem Sievert. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, liege damit bei zehn Prozent. «Im schlimmsten Fall wäre jedes Fass ein Einzelproblem, das Risiko für die Mitarbeiter stiege auf das Fünffache», sagte Röhmann unter Berufung auf die Experten des Bundesamtes.

Das BfS prüft und vergleicht zurzeit die in Frage kommenden Schließungsvarianten. Einen Vorschlag will die Behörde im Januar machen. Die im Januar 2008 vom Landkreis Wolfenbüttel ins Leben gerufene Asse-II-Begleitgruppe soll die Schließung des Bergwerks begleiten. Mitglieder sind Kommunen, Behörden, Ministerien, Umweltverbände, Bürgerinitiativen und der Betriebsrat der Asse-GmbH.

Unterdessen werden seit Montag weitere Hohlräume in der Asse mit einem Spezialbeton verfüllt. Laut BfS soll dadurch die Verformung des Grubengebäudes und die Gefahr eines verstärkten Wassereinbruchs verringert werden. Es würden nur Kammern zubetoniert, in denen keine radioaktiven Abfälle lagern, hieß es.

Remlingen (ddp-nrd)