«Fotowunsch am Präsentationsstand»: In der Sponsoring-Affäre der nordrhein-westfälischen CDU sind am Samstag neue Einzelheiten bekannt geworden. Wie das Nachrichtenmagazin «Spiegel» laut Vorabbericht schreibt, hat die Partei in der Vergangenheit Einladungen an potenzielle Sponsoren ihres Parteitags verschickt, in denen die Unternehmen Wünsche für gemeinsame Fotos mit CDU-Regierungsmitgliedern angeben konnten.
Vergrößern «Fotowunsch am Präsentationsstand» | Bild: ©

Unter der Überschrift «Fotowunsch am Präsentationsstand» konnten die umworbenen Firmen ihr Kreuzchen hinter die Namen von mehreren Landesministern der CDU machen, mit denen sie an ihrem Stand auf dem Parteitag fotografiert werden wollten. Ganz oben auf der Liste stand «Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers MdL» zur Auswahl. Außerdem konnten Fotowünsche mit den Ministern Armin Laschet, Christa Thoben, Eckhard Uhlenberg sowie den damaligen Ministern Andreas Krautscheid und Oliver Wittke beantragt werden. Auf deren Funktion als Minister im Landeskabinett wurde jeweils ausdrücklich hingewiesen.

Unter der Liste erfolgte der Hinweis: «Das im Mietvertrag vereinbarte Entgelt ist auch dann zu zahlen, wenn ein Fototermin kurzfristig abgesagt werden muss bzw. nicht zustande kommt.» Inzwischen hat die Partei die Ankreuz-Option aus ihrem Anschreiben entfernt.

Vor vier Wochen war bekannt geworden, dass die NRW-CDU ihren Parteitagssponsoren «Einzelgespräche» mit Ministerpräsident Rüttgers gegen den Aufpreis von 6000 Euro angeboten hatte. Als Folge aus der Affäre musste der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst zurücktreten.

Düsseldorf/Hamburg (ddp)