Finanzstreit um Schulprojekt eskaliert: Der Streit um möglicherweise zweckentfremdete Gelder aus einem Schulprojekt gegen Drogen und Gewalt in Oldenburg eskaliert. Die beschuldigte Agentur wehrt sich gegen Vorwürfe des Sponsors und Energiedienstleisters EWE. Es sei beabsichtigt, Forderungen in Millionenhöhe gegen die EWE geltend zu machen, teilte die Agentur Prevent am Donnerstag in Oldenburg mit.
Vergrößern Finanzstreit um Schulprojekt eskaliert | Bild: © McKay

Oldenburg (dapd-nrd). Der Energiekonzern hatte angekündigt, Zivilklage zu erheben und Zahlungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro zurückzufordern.

Das Präventionsprogramm 'Sign' läuft seit elf Jahren im westlichen Niedersachsen. Prevent stellt den mehr als 1.000 teilnehmenden Schulklassen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, organisiert Projekttage und bietet Fortbildungen für Lehrer an. EWE zahlte der Agentur dafür jährlich mehr als drei Millionen Euro.

Im September wurde der Vertrag gekündigt. Zuvor war in mehreren Medien darüber berichtet worden, dass Teile des Geldes auf dem Privatkonto der Agenturchefin gelandet sein sollen. Prevent wies die Vorwürfe zurück. Bei den Auszahlungen habe es sich um Gewinne aus dem Projekt gehandelt. Dies sei der EWE bekannt gewesen.

Der Konzern wies diese Behauptungen zurück. EWE habe erst aus den Medien von den Vorwürfen erfahren, sagte ein Sprecher. Nachdem die Agentur trotz diverser Gespräche in den vergangenen Wochen nicht bereit gewesen sei, ihre Geschäftspraktiken zu ändern, soll jetzt Zivilklage erhoben werden. Zudem habe das Unternehmen Strafanzeige gegen die Agenturchefin wegen Betrugs gestellt.

Das Vorgehen sei ein Ablenkungsmanöver, mit dem EWE von konzerninternen Machtkämpfen ablenken wolle, konterte Prevent. Alle Vorwürfe würden nicht der Wahrheit entsprechen. Dem Konzern sei monatlich detailliert Rechenschaft abgelegt worden.

Zurückgewiesen wurde den Angaben zufolge auch die fristlose Kündigung. Stattdessen drohte die Agentur ebenfalls mit einer Klage. Der Sponsoring-Vertrag sei erst vor kurzem bis Ende des Schuljahres 2016/2017 verlängert worden. Durch die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Kündigung entgehe der Agentur ein zweistelliger Millionenbetrag an Umsatz, hieß es.

dapd