Der Blick hinter die Kulissen einer chaotischen Fernsehshow aus der Feder von Tina Fey gewann in Los Angeles bereits zum dritten Mal in Folge als beste TV-Komödie. Die «Mad Men» der Werbeagentur im New York der frühen 60er Jahre nahmen wie auch im vergangenen Jahr den US-Fernsehpreis für das beste Drama mit nach Hause.
Gute Kritiken und nicht hohe Einschaltquoten gaben bei der Amerikanischen Fernsehakademie, die die Emmys zum 61. Mal verlieh, den Ausschlag. «Wir haben hart daran gearbeitet, im zweiten Jahr nicht stinklangweilig zu werden», betonte Matthew Weiner, der Macher von «Mad Men». Tina Fey bedankte sich bei ihrem Fernsehsender NBC, «dass ihr uns immer noch Sendezeit gebt, auch wenn wir so viel teurer sind als eine Talkshow». Sie selbst verlor ihre Chance auf einen Emmy als beste Comedy-Schauspielerin überraschenderweise an Toni Collette, die für ihre Rolle als Hausfrau mit multipler Persönlichkeit in «United States of Tara» geehrt wurde.
Stattdessen überzeugte Fey die Jury mit ihrer beißenden Parodie der früheren republikanischen Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin in «Saturday Night Live». Ihr Kollege Alec Baldwin nahm für seine Hauptrolle als TV-Sender-Vizepräsident Jack Donaghy («30 Rock») einen Preis als bester Comedy-Schauspieler entgegen. «30 Rock» ist in Deutschland derzeit beim Bezahlsender TNT Serie zu sehen; «Mad Men» läuft hierzulande beim Bezahlsender Fox Channel.
Zum ersten Mal konnte sich Jon Cryer über eine Trophäe als bester Nebendarsteller in einer Comedy freuen. Er spielt neben Charlie Sheen in der Sitcom «Two And A Half Men» (Pro Sieben) den eher etwas farblosen Bruder Alan Harper. «Früher dachte ich immer, Preise seien nur ein oberflächliches Zeichen vorübergehender Popularität, aber jetzt begreife ich, dass sie der einzige Maßstab für den wahren Wert eines Menschen sind», scherzte Cryer, als ihm der Emmy überreicht wurde. Er war zum vierten Mal nominiert gewesen, zuvor hatte er jedoch nie gewonnen.
Zu Tränen gerührt war die Schauspielerin Kristin Chenoweth, die als beste Schauspielerin in der Fernsehkomödie «Pushing Daisies» (ProSieben) gewann - vor allem weil der US-Fernsehsender ABC die Sendung bereits abgesetzt hat. Sie machte zur Erheiterung des Publikums sofort Werbung für sich. «Ich bin gerade arbeitslos, ich würde gerne eine Rolle in "Mad Men" haben. Außerdem mag ich "Das Büro" und "24"'. Vielen Dank an die Akademie, dass ihr eine Show ausgezeichnet habt, die nicht mehr läuft», sagte Chenoweth.
Glenn Close gewann ihren zweiten Emmy für die Verkörperung der unberechenbaren Staranwältin Patricia Hewes in der Krimiserie «Damages - Im Netz der Macht». Hollywood-Star Jessica Lange bekam einen Preis für ihre Rolle als «Big Edie» überreicht. Sie spielt in dem von Kritikern hochgelobten Fernsehfilm «Grey Gardens» die exzentrische Verwandte der früheren First Lady Jackie Kennedy.
Gute Noten bekam der Moderator Neil Patrick Harris («How I Met Your Mother») für seine erfolgreiche Moderation des Abends. Seine Scherze seien messerscharf, aber nie kränkend gewesen. Er habe bewiesen, «dass Preisverleihungen nicht langweilig sein müssen», lobte die «Los Angeles Times». Wiederholung in diesem Fall ausdrücklich erwünscht.
Los Angeles (dpa)


































