EZB sieht nach vor wie große Konjunkturrisiken: FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nach wie vor große Konjunkturrisiken für den Euroraum. Zwar sendeten jüngste Frühindikatoren leichte Signale für eine Stabilisierung der ökonomischen Aktivität, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Allerdings stabilisiere sich das Wachstum auf sehr geringem Niveau. Darüber hinaus sei der Konjunkturausblick von hohen Abwärtsrisiken geprägt. Damit bestätigte Draghi im Wesentlichen Aussagen von der letzten Zinsentscheidung im Januar. Vor den Äußerungen Draghis hatte die Notenbank den Leitzins im Währungsraum unverändert bei 1,0 Prozent belassen.
Vergrößern EZB sieht nach vor wie große Konjunkturrisiken | Bild: © ad-hoc-news

Auch die Aussagen Draghis zur Preisentwicklung fielen kaum anders aus als vor Monatsfrist. So dürfte die Inflationsrate im Währungsraum noch mehrere Monate über der Marke von zwei Prozent verharren, bevor sie unter diese Schwelle sinken werde. Die Notenbank strebt mittelfristig eine Rate von knapp zwei Prozent an. Zuletzt hatte die Teuerung im Januar mit 2,7 Prozent immer noch spürbar über diesem Zielwert der Notenbank gelegen.

Die zum Jahresende deutlich gesunkene Kreditvergabe und die verschärften Kreditkonditionen im Währungsraum bewertet Draghi vorsichtig. Es sei derzeit zu früh, um Schlüsse aus dieser Entwicklung zu ziehen, sagte er. Als Grund verwies der Notenbankchef darauf, dass sich die Auswirkungen des ersten Dreijahres-Refinanzierungsgeschäfts von Ende 2011 erst noch zeigen müssten.