In den letzten zwei Handelsstunden erholten sich die Börsen Händlern zufolge spürbar, nachdem sich die Anzeichen um einen unmittelbar bevorstehenden Rücktritt von Mubarak verdichtet und schließlich bewahrheitet hatten. Die Lage in Ägypten und im Nahen Osten sei das Tagesthema gewesen und zunächst habe Enttäuschung über den am Vorabend noch verweigerten Rücktritt die Märkte belastet. Viele Börsianer und Analysten blicken nun zuversichtlich in die neue Woche und rechnen mit tendenziell weiter steigenden Kursen.
Technologiewerte verzeichneten im Schnitt die größten Kursverluste im europäischen Geschäft und der Branchenindex Stoxx Europa 600 Technology stellte mit minus 0,95 Prozent den schwächsten Sektor. Händler verwiesen auf den Kurseinbruch bei Nokia. Die Aktien des weltgrößten Handy-Herstellers brachen am Euro Stoxx-Ende um 14,64 Prozent auf 6,9650 Euro ein, nachdem die Finnen eine von Börsianern als "riskant" eingeschätzte Strategiewende bekannt gegeben hatten. Nokia verbündet sich mit Microsoft , um seinen Abwärtstrend zu stoppen.
Besonders gefragt zeitgen sich indes die Automobilwerte, die an ihre jüngste Aufwärtsbewegung anknüpften. Der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts rückte um 1,64 Prozent vor, machte die zu Jahresbeginn wegen Gewinnmitnahmen anfallenden Verluste wieder wett und steht nun wieder nahe seinem mehrjährigen Hoch. Bester Euro-Stoxx-Wert waren BMW mit plus 2,32 Prozent auf 63,14 Euro. Michelin-Aktien verteuerten sich nach positiv aufgenommenen Zahlen des Reifenverkäufers um 3,68 Prozent auf 59,18 Euro. Cheuvreux-Analyst Bruno Lapierre sprach von einem starken Ergebnis 2010 sowie einem guten Ausblick.
Aktien von L'Oreal rutschten dagegen am Ende des Cac 40 um 4,22 Prozent auf 85,72 Euro ab, obwohl der Kosmetikhersteller das Jahr 2010 mit zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen hat. Am Markt wurden aber die Verkäufe im vierten Quartal als enttäuschend gewertet und nach einer jüngst guten Kursentwicklung zudem auf Gewinnmitnahmen verwiesen. EADS-Papiere sprangen indes um 3,74 Prozent auf 21,765 Euro hoch. Die Entscheidung über den Auftrag für 179 Tankflugzeuge der US-Luftwaffe für Airbus oder Boeing biegt in die Zielgerade ein.


Forum
Facebook
Twitter





















